Altersgerechte Behandlung

Stürze haben bei betagten Menschen meist drastischere Folgen als bei Jüngeren. Denn: Mit zunehmendem Alter sinkt die Festigkeit der Knochen (Osteoporose). Selbst banale Stürze führen häufig zu Brüchen von Oberschenkelhals, Oberarm, Ellbogen, Handgelenk, etc. Oft leiden Patienten ab 65 Jahren außerdem an akuten oder chronischen Begleiterkrankungen, die bei einer Therapie zusätzlich berücksichtigt werden müssen.

Krankenhausaufenthalte dauern bei älteren Menschen oft länger. Auch der Heilungsprozess nach Knochenbrüchen verläuft bei älteren Patienten langsamer und schwieriger als bei Jüngeren. Bei einem jungen Menschen wird ein unkomplizierter Bruch einfach mit einem Gips über sechs Wochen therapiert. Bei älteren Personen kann eine solche Behandlung äußerst problematisch sein. Das Nichtbenutzen eines Armes zum Beispiel führt schnell zu weiterem Knochen- und Muskelabbau und schädigt Gelenkstrukturen. Altersgerechte Operationen verbunden mit passender Frührehabilitation führen beim älteren Menschen zu einer schnelleren Genesung.
Mögliche Risiken durch Operationen beziehen wir natürlich sorgfältig in die Therapieplanung mit ein.

Beispiel: Schenkelhalsfraktur

Bei einer Schenkelhalsfraktur ersetzen wir das Hüftgelenk bei Patienten unter 50 Jahren nur in Ausnahmefällen. Durch die begrenzte Haltbarkeit von Hüftprothesen sollen jüngere Patienten die eigene Hüfte so lange wie möglich behalten. Bei einem älteren Menschen ermöglicht die operative Versorgung eines Schenkelhalsbruches eine baldige Wiederherstellung und eine volle Belastbarkeit des Gelenks bzw. des Beines. Das ist die entscheidende Ausgangsbasis für eine frühe Rehabilitation.

Beispiel: Verbindung von Knochen mit Zement

Osteosynthesen, also die operative Verbindung von gebrochenen Knochen, werden bei älteren Menschen z.B. mit Zementmaterial verstärkt. So kann ein betagter Mensch trotz Fraktur bald wieder gehen. Zusätzlich verbessern sogenannte „winkelstabile“ Metallplatten den Halt im osteoporotischen Knochen enorm.


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