Möglichst schonende Therapie

Wenn Ihr Frauen- oder Hausarzt die weitere Abklärung eines Befundes oder einen operativen Eingriff für notwendig erhält, bietet Ihnen unsere Abteilung eine Vielzahl an modernen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten. Neben Erkrankungen der Brust sind wiederkehrende Unterleibsschmerzen häufig ein Grund für Krankenhausaufenthalte in einer gynäkologischen Abteilung. Mögliche Unterleibserkrankungen reichen von Entzündungen und Verwachsungen (meist als Folge von vorangehenden Entzündungen oder Operationen) über gutartige Veränderungen an den Eierstöcken (Zysten, gutartige Gewebewucherungen und Endometriose) und Myomen bis hin zu bösartigen Veränderungen der Unterbauchorgane.

Ist ein operativer Eingriff nötig, so kann dieser bei einer Vielzahl von Patientinnen ambulant erfolgen. Insgesamt haben wir uns auf die Durchführung äußerst schonender, sog. minimal-invasiver, endoskopischer Verfahren spezialisiert. Diese können in 85 bis 90 Prozent der Fälle durchgeführt werden.

Chefarzt PD Dr. Rimbach ist unter anderem ehemaliger Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Endoskopie (AGE) der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. Aktuell ist er an der Entwicklung eines neuartigen Verfahrens im Rahmen der laparoskopischen Entfernung von Myomen und der Gebärmutter beteiligt.

Typische Krankheitsbilder

Bei zyklusabhängigen Schmerzen (während der Periode) findet man häufig Myome, Polypen und Schleimhautwucherungen (Endometriose) bzw. Adenomyose an der Gebärmutter. Myome, Zysten oder auch Schleimhautwucherungen können auch der Grund für unerfüllten Kinderwunsch sein.

Glücklicherweise selten aber gefährlicher sind die gynäkologischen Notfälle der Eileiterschwangerschaft oder der sog. Adnextorsion (= Verdrehung von Eileiter und Eierstock mit Zyste). Meist sind die plötzlich auftrenden, sehr starken Schmerzen nur auf einer Seite des Unterbauchs zu spüren. Bei derartigen Schmerzen sollten Sie rasch ein Krankenhaus aufsuchen.

Ein Myom ist ein gutartiger Tumor aus Muskelzellen an der Gebärmutter. Nach dem 30. Lebensjahr kann man sie mit einer Ultraschalluntersuchung etwa bei jeder vierten Frau feststellen. Myome sind therapiebedürftig, wenn sie Beschwerden in Form von starken Blutungen, Schmerzen oder schnellem Wachstum mit Druck auf die benachbarten Bauchorgane verursachen oder eine Schwangerschaft verhindern. Dies ist nur bei 25 Prozent der Patientinnen der Fall.

Häufig nur vorübergehend wirkt eine hormonelle Behandlung. Wird bei einem sog. Uterus myomatosus (Myom der Gebärmutter) eine Operation nötig, richtet sich die Art des Eingriffs nach Lage, Größe und Anzahl der Myome sowie nach dem Alter der Patientin. Je nach Sitz der Myome ist oft eine unproblematische Entfernung möglich.
Kleine Myome innen in der Gebärmutter können hysteroskopisch (Gebärmutterspiegelung) abgetragen werden. Dies ist auch ambulant möglich. Myome, die in der Gebärmutterwand oder außen sitzen, entfernen wir mittels Bauchspiegelung (laparoskopisch). Bei abgeschlossener Familienplanung wird man ihnen bei symptomatischen Myomen meist zu einer Hysterektomie (Entfernung der Gebärmutter) raten, die oft vaginal, seltener laparoskopisch erfolgen kann. Ein Bauchschnitt kann notwendig sein, wenn die Myome sehr groß oder zahlreich sind. Wenn möglich, wenden wir immer möglichst schonende, mikrochirurgische Prinzipien an.

Als weitere Behandlungsmöglichkeit bieten wir die Embolisation von Myomen an. Dabei werden die Gefäße, die das Myom versorgen, verschlossen. Eine Narkose ist nicht erforderlich.

Momentan sind wir außerdem an der Entwicklung eines neuartigen Verfahrens beteiligt, bei dem Myome im Körper, gesichert in einem Beutel, zerteilt werden. Durch die Zerkleinerung können sie leichter entfernt werden. Die Zerteilung in einem Beutel stellt sicher, dass keine Gewebezellen zurückbleiben.

Zysten sind flüssigkeitsgefüllte Gewebeansammlungen, die meist in den Eierstöcken, seltener an den Eileitern liegen. Bei jüngeren Patientinnen sind diese meistens harmlos und verschwinden häufig von selbst wieder. Zysten, die Schmerzen verusachen, eine gewisse Größe überschreiten oder in der Ultraschalluntersuchung Auffälligkeiten zeigen, müssen operativ entfernt werden. In vielen Fällen – vor allem bei jungen Patientinnen – ist es dabei möglich, mit einer Bauchspiegelung zu operieren, den Eierstock zu erhalten und nur die Zyste selbst vom Organ abzulösen. In manchen Fällen, vor allem wenn der Befund verdächtig für eine bösartige Veränderung ist, wird das komplette Organ entfernt. Dann ist auch ein Bauchschnitt nötig.

Eingriffe im Bereich der Gebärmutter

Ausschabung und Gebärmutter-Spiegelung

Bei Blutungsstörungen, Gebärmutterblutungen jenseits der Wechseljahre, bei Fehlgeburten oder Ultraschallauffälligkeiten im Bereich der Gebärmutterschleimhaut wird in der Regel eine Ausschabung (Abrasio) durchgeführt. Sie ist der häufigste kleine Eingriff und wird oft mit der Spiegelung der Gebärmutterhöhle (Hysteroskopie) kombiniert. Dabei können kleinere Myome, Polypen oder Schleimhautwucherungen erkannt und entfernt werden. Auch frühe nicht intakte Schwangerschaftsanlagen (Aborte) werden so entfernt.

Bei der Abrasio wird nach Aufdehnung der Gebärmutterhalses mit einem kleinen Löffel die oberflächliche Schicht der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) abgetragen, um dann mikroskopisch (histologisch) beurteilt zu werden. Der Eingriff dauert zwischen 5 und 10 min und wird in der Regel ambulant durchgeführt.

Bei der Hysteroskopie wird über die Scheide mit einem Endoskop die Gebärmutterinnenseite betrachtet. Dafür ist kein Schnitt erforderlich, die Gebärmutter hat über den Muttermund einen natürlichen Eingang. Bei der diagnostischen Hysteroskopie geht es um eine Beurteilung der Situation in der Gebärmutter i.d. R. vor einer Ausschabung.

Rekonstruktive Eingriffe

Liegen Schäden an der Gebärmutter vor, zum Beispiel nach einem Kaiserschnitt, oder bestehen Genitalfehlbildungen, führen wir diese rekonstruktiven Eingriffe zur Wiederherstellung der Organe ebenfalls minimal-invasiv per Bauchspiegelung (Laparoskopie) durch.

Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie)

Wenn eine organerhaltende Therapie nicht zum Erfolg geführt hat oder nicht sinnvoll erscheint, wenn Myome starke Beschwerden verursachen oder sehr groß sind, bei manchen Senkungszuständen von Gebärmutter und Beckenboden oder bei einer bösartigen Veränderung von Gebärmutterkörper- oder hals kann eine Entfernung der Gebärmutter - komplett oder unter Erhalt des Gebärmutterhalses - nötig sein.

Eingriffe an Eileitern und Eierstöcken

Die meisten Eingriffe an Eierstöcken und Eileitern werden wegen Zysten und gutartigen Tumoren vorgenommen. Zur Abklärung von Kinderlosigkeit oder Schmerzen werden diese Eingriffe durchgeführt, wenn Verwachsungen oder eine Endometriose ursächlich sein können. Fast alle diese Eingriffe werden heutzutage minimal-invasiv mittels Bauchspiegelung (Laparoskopie) durchgeführt. Dazu zählen auch Eileiterspiegelungen sowie die Operation bei einer Eileiterschwangerschaft. Bösartige und verdächtige Erkrankungen an Eileiter oder Eierstock werden immer über einen Bauchschnitt operiert.

Erkrankungen der Brust