Schlaganfalleinheit - Stroke Unit

Ein Schlaganfall entsteht durch verstopfte oder geplatzte Hirngefäße. Damit er optimal behandelt werden kann, muss er so früh wie möglich erkannt und therapiert werden. Unsere zertifizierte Schlaganfalleinheit (Stroke Unit) im Krankenhaus Agatharied garantiert eine optimale Versorgung.

Jeder Schlaganfall ist ein Notfall

Rufen Sie beim plötzlichen Auftreten eines dieser Symptome sofort den Rettungsdienst unter 112. Jede Minute zählt. Rasches Handeln rettet Leben!

  • Halbseitige Lähmungen und / oder Taubheitsgefühle einer Körperhälfte
  • Hängen eines Mundwinkels
  • Sprach- und Sprechstörungen
  • Sehstörungen
  • Schwindel, Übelkeit, Erbrechen
  • Stand- und Gangunsicherheit
  • Plötzliche starke Kopfschmerzen

Auch wenn die Symptome nach wenigen Minuten wieder verschwinden: Suchen Sie sofort ein Krankenhaus mit Stroke Unit auf! Kurzzeitige körperliche Symptome (Transitorische ischämische Attacken/TIA) sind oft Vorboten für einen Schlaganfall mit bleibender Behinderung.

Diagnostik und Therapie

Mit modernster neurologischer, neuroradiologischer und kardiologischer Diagnostik gewährleistet unser interdisziplinäres Team eine schnelle und zielgerichtete Versorgung aller Schlaganfallpatienten. Moderne Akuttherapie wie Lysetherapie und Hirnkatheter verhindert in vielen Fällen, dass der Schlaganfall zu einer schweren Behinderung führt. Spezialisierte Krankenpflege verringert Komplikationen wie z.B. Lungenzentzündungen. Über das Schlaganfallnetzwerk TEMPIS können wir zu jeder Tages- und Nachtzeit Experten aus den Schlaganfallzentren München-Harlaching und der Universitätsneurologie Regensburg per Videokonferenz in die Behandlung unserer Schlaganfallpatienten einbeziehen.

Frührehabilitative Phase

Innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Aufnahme eines Schlaganfallpatienten beginnt neben der medikamentösen Therapie bereits die frührehabilitative Phase. Durch die frühzeitigen logopädischen Maßnahmen werden Schluckstörungen, Sprach- und Sprechstörungen diagnostiziert und behandelt. Mögliche körperliche Beeinträchtigungen der Kraft, Beweglichkeit, Motorik und Koordination werden durch Ergotherapie und Krankengymnastik behandelt.

Im Anschluss werden Patienten bei Bedarf in neurologische Rehabilitationseinrichtungen weiter verlegt. Unsere Pflegeüberleitung kann Sie auch bei einem reibungslosen Übergang vom Krankenhaus nach Hause unterstützen.

Information für Betroffene

Nach einem Schlaganfall dürfen Sie in Abhängigkeit von Art, Ausmaß und Anhalten der Symptome für eine gewisse Zeit nicht Auto fahren. Das hat das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Wohnungswesen so festgelegt, da in der Anfangsphase das Risiko am höchsten ist, erneut einen Schlaganfall zu erleiden.
Fragen Sie im Zweifelsfall Ihren behandelnden Arzt. Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter https://www.schlaganfall-hilfe.de/de/fuer-betroffene/alltag-mit-schlaganfall/autofahren/.

Risikofaktoren vermeiden - Jeder kann etwas für sich tun!

Große Bevölkerungsstudien zeigen überzeugend, dass jeder sein Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko massiv senken kann. Das Stichwort heißt hier „gesunder Lebensstil“, was jedoch weder Askese noch Leistungssport bedeutet. Gemeint ist eine gesunde und maßvolle Ernährung mit viel Obst und Gemüse und nur gelegentlich Fleisch („mediterrane Kost“) sowie regelmäßige körperliche Belastung. 30 Minuten zügiges Gehen an 3 Tagen pro Woche sind dabei ausreichend, entscheidend ist die Regelmäßigkeit.
Durch diese Maßnahmen sinken automatisch das Körpergewicht und damit auch das Risiko für Bluthochdruck und Zuckerkrankheit. Falls Blutdruck, Blutzucker und Blutfettwerte (Cholesterin) trotzdem erhöht bleiben, sind entsprechende Medikamente in der Risikosenkung hochwirksam. Durch den Verzicht auf Nikotinkonsum wird das Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko nochmals erheblich reduziert. Ein mäßiger Alkoholkonsum von ⅛ bis ¼ Wein ist dagegen in Bezug auf das Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko unschädlich.

Weitere wertvolle Informationen rund um das Thema Schlaganfall finden Sie auf der Homepage der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe.


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PROF. DR. MED. STEFAN LORENZL

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