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Keine Angst vor Palliativ

Auf unserer Palliativ-Station widmen wir uns der Betreuung und Begleitung von Menschen mit einer fortgeschrittenen, nicht mehr heilbaren Erkrankung. Unsere wichtigsten Ziele sind die Linderung vorliegender Beschwerden, die Aktivierung der individuellen Ressourcen und damit die (Wieder-) Erlangung eines möglichst aktiven und selbstbestimmten Lebens mit einer möglichst guten Lebenszufriedenheit.

"Du bist wichtig; Weil Du Du bist und Du bist wichtig, bis zum letzten Atemzug deines Lebens." (Cicely Saunders)

Unsere Pallia(k)tiv-Station

Vor über 50 Jahren entstand Palliativmedizin und Hospizarbeit in Großbritannien als letzte Station für unmittelbar sterbende Patienten, meist Krebspatienten, die von der Medizin 'aufgegeben' waren. Schnellstmöglich mussten Zustände schwerster Schmerzen, Panik, Atemnot, Übelkeit und anderer Symptome behandelt werden, um zumindest das Sterben, das meist unmittelbar bevorstand, etwas würdevoller gestalten zu können.

Dies ist heute ganz anders!

In über einem halben Jahrhundert seit den Anfängen, entwickelten sich in der palliativen, also lindernden, Begleitung von Patienten mit einer nicht heilbaren Erkrankung zahlreiche Konzepte, die so erfolgreich eingesetzt werden können, dass palliative Begleitung und Behandlung immer früher hinzugezogen wird. Oft wird die palliative Behandlung parallel zur direkten Behandlung der Grunderkrankung, manchmal bereits bei der Diagnosestellung begonnen.

Wir wünschen uns, dass sich unsere Patienten und ihre Angehörigen bei uns wohl fühlen. Seit Juni 2017 hat unsere Palliativ-Station neue, moderne, angenehme und bedarfsgerechte Zimmer.

 

Gemeinsam für Linderung und mehr Lebensqualität

In unserem Palliativteam arbeitet ein Team aus Ärzten und PflegekräftenPhysio- und Ergotherapeuten (und bei Bedarf Logopäden), Sozialpädagogen, und Experten für Psychoonkologie und Psychologie sowie ErnährungsberatungMusiktherapie und Seelsorge eng zusammen. Täglich findet morgens eine gemeinsame Besprechung mehrerer Berufsgruppen zum aktuellen Befinden jedes einzelnen Patienten und ein Festlegen der Tagesziele statt. Einmal pro Woche trifft sich dann das gesamte Palliativteam und bespricht jeden einzelnen Patienten der Palliativstation aus den verschiedenen Perspektiven der beteiligten Berufsgruppen. Hier werden Fortschritte, Rückschläge, weitere Therapiemöglichkeiten und gemeinsame Ziele bis zur Entlassung besprochen.

Betreuung durch die Ernährungsberatung beinhaltet, dass speziell ausgebildete Diätassistentinnen mit dem Patienten seine aktuelle Ernährungssituation besprechen. Dabei wird anhand des bestehenden Speiseplans auf individuelle Unverträglichkeiten, Vorlieben und Abneigungen eingegangen.

Das Essen soll Genuss bedeuten und wir respektieren die Wünsche bezüglich Zusammenstellung, Portionsgröße und bieten gerne zusätzliche Zwischenmahlzeiten an.

Gerne können uns auch die Angehörigen bezüglich der Ernährung zu Hause kontaktieren.

Der Begriff Ergotherapie stammt vom altgriechisch "ἔργον érgon", deutsch ‚Werk‘, ‚Arbeit‘, und von "Therapie“ von θεραπεία therapeía, deutsch ‚Dienst‘, ‚Behandlung‘. Die Ergotherapie unterstützt Menschen jeden Alters Ihre Selbstständigkeit und die Handlungsfähigkeit bei alltäglichen Aufgaben weitestgehend zu erhalten und zu fördern.

"Ich tue, also bin Ich" - Das Grundbedürfnis jedes Menschen, eigenständig den Tagesablauf zu gestalten ohne auf Hilfe anderer angewiesen zu sein, kann durch Erkrankung, Alter und/oder Schwäche eingeschränkt werden.

Die Ergotherapeuten im Krankenhaus Agatharied arbeiten nach dem "Auge-Ohr-Herz-Hirn" Prinzip:

Mit einem geschulten Blick (Auge) und aufmerksamen Ohr versucht der Therapeut die Bedürfnisse des Patienten tagesformabhängig und individuell zu erfassen, um so die Zielsetzung der Therapie entsprechend zu justieren. Die notwendige Empathie (Herz) und aktuelles medizinisches Wissen (Hirn) dient dafür als Basis.

Die Therapie wird nicht für den Patienten gestaltet sondern mit Ihm. Die Interaktion steht im Vordergrund. Der Fokus der Behandlung richtet sich nicht ausschließlich auf die Diagnose, sondern auf die möglichen Herausforderungen bei der Bewältigung der alltäglichen Anforderungen.

Schwerpunkte der Ergotherapeutischen Arbeit im palliativmedizinischen Bereich:

  • Umfangreiche Anamnese
  • Biographiearbeit
  • Zusammenarbeit im interdisziplinärem Team
  • Hilfsmittelberatung
  • Selbsthilfetraining (Körperpflegetraining, An- und Ausziehtraining, uvm.)
  • Motorisches Training (Bewegungsabläufe, Förderung der Mobilität, uvm.)
  • Kognitive Förderung
  • Sensibilitätstraining
  • Kreatives Gestalten
  • Übungen zur Körperwahrnehmung
  • Entspannende Verfahren (Schmerzreduzierende Maßnahmen, uvm.)
  • Erhalt und Förderung der Kommunikation
  • Angehörigenarbeit

Haben Sie Fragen zur Ergotherapie, dann nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf.

Dem  Konzept von „Palliative Care“ liegt ein ganzheitliches Menschenbild zu Grunde. Das bedeutet in der konkreten Arbeit auf der Station, dass möglichst alle Aspekte der menschlichen Existenz Beachtung finden sollen. Dazu gehört auch die spirituelle Dimension.

Gerade in Grenzsituationen des Lebens können spirituelle Fragen in den Vordergrund treten.

Die Klinikseelsorgenden auf der Palliativstation verstehen sich als Ansprechpartner für alle Arten von spirituelle Fragen, ggf. für Rituale und / oder Sakramente und Segensfeiern, aber auch für menschliche Begleitung im weitesten Sinne.

Die Arbeitsweise ist dabei Klienten – zentriert. Die Klinikseelsorge steht allen Menschen zur Verfügung, unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Kirche oder Religionsgemeinschaft – und sie begleitet sowohl Patienten, als auf Wunsch auch Angehörige, sowie Klinikpersonal.

Die Physiotherapie wird seit drei Jahrzehnten als wichtiger Teil der Palliativ Care Medizin gezählt. Sie dient zur Alltagserleichterung und Linderung.

Die Physiotherapie begleitet jeden Patienten mit Zeit für:

  • Lymphdrainage (bei Schwellungen im Gewebe)
  • Atemtherapie (bei Lungenerkrankungen, Atemnot)
  • Krankengymnastik (als Alltagstraining, zur Orientierung im Raum, Gangschule)
  • Manuelle Therapie
  • Bobath (bei neurologischen Krankheitsbildern)
  • Massagen (bei Verspannungen und Schmerzen)
  • Colon-Massagen (bei Obstipation)
  • Vestibuläre Übungen (bei Lagerungsschwindel, Übelkeit und Erbrechen)
  • Reflexzonentherapie (Missempfindungen, Behandlungsgebiet durch Narben beeinträchtigt)
  • Kneipp´sche Anwendungen (Güsse zur Kreislaufanregung)

Zugleich werden auch verschiedene Naturheilmethoden in die Therapie mit einbezogen:

  • Kinesiotape
  • Verschieden Wickel (Kohl, Quark, kaltes Moor)
  • Packungen (Fango, warmes Moor)

Zugleich erfolgt die Mitbehandlung belasteter Angehöriger und Unterstützung bei der Hilfsmittelanpassung für zu Hause. Wünsche des Patienten, aktiv am Leben teilzunehmen, versuchen wir zu ermöglichen. Bei schönem Wetter wird auch dem bettlägerigen Patienten gerne ein Ausflug ins Freie samt Bett ermöglicht.

Die Konfrontation mit der Endlichkeit des Lebens stellt häufig für die Patienten und das gesamte  Umfeld eine krisenhafte und sehr belastende Situation dar. Soziale Arbeit auf der Palliativstation will den Menschen in seiner Gesamtheit erfassen, besondere Belastungssituation von Patienten und Zugehörigen erkennen, Entlastungen mit Gesprächen und konkreten Informationen schaffen sowie bei der Organisation der nachstationären Versorgung unterstützen.

Der Sozialdienst ist ein integraler Bestandteil des multiprofessionellen Teams der Palliativstation. Ziel ist es die die bestmögliche Lebensqualität trotz schwerer Erkrankung zu gewinnen.

Aufgabenspektrum:

  • Erhebung einer Sozialanamnese zur Erkennung von Bedürfnissen und Bedarfen der Patienten  und Zugehörigen
  • Gesprächsangebote  zur Entlastung der Patienten und Zugehörigen
  • Befähigung, Stärkung und Unterstützung der Patienten und Zugehörigen bei der Gestaltung ihres Lebensalltags und der konkreten Versorgung sowie bei der Entwicklung neuer Lebens- , Verhaltens- und Bewältigungsstrategien
  • Unterstützung und Beratung bei sozialen Problemlagen
  • Beratung und Unterstützung zur Organisation der nachstationären Versorgung (z.B. Spezialisierte Ambulante Palliativ-Versorgung- SAPV, ambulante Hospizdienste und Anmeldung in stationären Hospizen, Heimplatzsuche)
  • Beratung zu sozialen und sozialrechtlichen Fragen (Schwerbehindertenrecht, Finanzierungsmöglichkeiten von vollstationärer Versorgung)
  • Unterstützung bei Antragsstellungen z. B. Einstufung in einen Pflegegrad
  • Einleitung abgestimmter Maßnahmen im Rahmen von Pflege und Versorgung (Einbindung von Pflegedienste, Organisation von Hilfsmittelversorgung und Home-Care-Diensten für Ernährung, Schmerzpumpen- oder Wundversorgung, Essen auf Rädern, Notrufsystemen, Nachbarschaftshilfen)
  • Unterstützung in ethisch-rechtlichen Entscheidungsprozessen (z.B. Patientenverfügungen/Vorsorgevollmachten)
  • Übernahme von Beratungs- und Koordinationsaufgaben im Rahmen einen vorausschauenden Versorgungsplanung
  • Mitwirkung bei der Einleitung von Maßnahmen nach dem Betreuungsrecht
  • Sicherstellung einer Kommunikation, die es Patienten und Zugehörigen ermöglicht Wünsche und Bedürfnisse zu äußern
  • Vermittlung von Trauerangeboten für Zugehörige
  • Netzwerkarbeit

Palliativ-Netzwerk im Landkreis Miesbach und darüber hinaus

Hier finden Sie mehr Informationen der Einrichtungen im Landkreis und der Fachgesellschaft:


OBERÄRZTIN PALLIATIVMEDIZIN
DR. MED. INES GROH

Telefon: +49 (0)8026 393-2606
Telefax: +49 (0)8026 393-4406

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