COVID-19 - Informationen auf einen Blick.

Sicher aufgehoben. Ab dem ersten Augenblick.

Besonders werdende Mütter und Väter sind in diesen von der Corona-Pandemie geprägten Zeiten besorgt.

An dieser Stelle klärt unser Chefarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, Priv.-Doz. Dr. med. Dr.h.c. Stefan Rimbach, Unsicherheiten und Unklarheiten mit Antworten auf die häufigsten Anliegen.

Sie haben noch Fragen? Wir sind für Sie da!

Sekretariat Gynäkologie und Geburtshilfe

Telefon: +49 (0)8026 393 2333
Email: gynsek(at)khagatharied.de

PRIV.-DOZ. DR. MED. DR. H.C. STEFAN RIMBACH
CHEFARZT GYNÄKOLOGIE & GEBURTSHILFE

Ihre FAQs - unsere Antworten

Nein, die Schwangerschaft stellt nach bisherigen Erkenntnissen kein besonderes Risiko dar. Das Ansteckungsrisiko und der Verlauf der Infektion richten sich nach denselben Faktoren wie bei der übrigen Bevölkerung.

Bislang gibt es dazu keine gesicherten Erkenntnisse. Erste vorliegende Beobachtungen sprechen aber eher gegen eine intrauterine Übertragung – die Übertragung innerhalb der Gebärmutter. Einzelne Verdachtsfälle werden derzeit noch weiter untersucht, wobei diese aber auf weitgehend unsicheren Testverfahren beruhen.

Leider lässt sich aufgrund fehlender Daten noch nicht klar beantworten, wie sich eine Infektion mit Covid-19 in der Frühschwangerschaft auswirkt.

Meist verläuft die Infektion (wie bei Nicht-Schwangeren) mit leichten Beschwerden. Mögliche  Symptome können sein: Fieber, Husten, Müdigkeit, Atembeschwerden, Durchfall, Hals- und Gliederschmerzen, Geruchs- und Geschmacksstörungen. Dramatische Verläufe scheinen bislang sehr selten.

Nach bisherigen Erkenntnissen scheint die Infektion den Schwangerschaftsverlauf nicht zu beeinträchtigen. Möglicherweise treten etwas häufiger vorzeitige Wehen auf.

Bislang vorliegende Beobachtungen sprechen für eine sehr geringe Infektionswahrscheinlichkeit von unter 1% mit meist milden oder sogar symptomlosen, im Einzelfall aber auch dramatischen, Verläufen.

Es spricht aktuell nichts gegen eine normale vaginale Geburt. Eine Infektion des Neugeborenen im Geburtskanal wurde bislang nicht nachweislich beobachtet, sodass auch infizierte werdende Mütter vaginal entbinden können.

Die Entscheidung für eine Kaiserschnittgeburt ergibt sich daher, wenn überhaupt, aus anderen geburtshilflichen Gründen. Nur wenn eine erhebliche Beeinträchtigung der Schwangeren durch die Infektion, z.B. durch Atemnot, besteht, kann die Indikation zum Kaiserschnitt nach Risikoabwägung gegeben sein.

Stillen ist sogar erwünscht und bislang spricht nichts dagegen.

In der wissenschaftlichen Literatur werden jetzt erste Studien zur Schwangerschaft veröffentlicht. Diese geben die Erfahrungen aus China, aber auch erste Erfahrungen aus Europa wieder. Die Zahl der wissenschaftlich berichteten Fälle liegt allerdings noch unter 100, was einer sehr dünnen Datenlage entspricht.

Auch in Zeiten von Covid19 steht für uns eine sichere und zugewandte Geburtshilfe an erster Stelle. Um die Infektionsrisiken durch die Reduktion der Zahl vermeidbarer Kontakte zu senken, haben wir gemeinsam mit den niedergelassenen Frauenärzten ein abgestuftes System für die Vorstellung vor Geburt entwickelt.

Bereits auf dem Überweisungsschein verzeichnet die Frauenärztin oder der Frauenarzt, ob bei der Schwangeren ein geburtshilfliches Risiko vorliegt. Die Klinik erhält die Überweisung per Fax, um auch hier die Anzahl der Kontakte zu verringern. Schwangere mit bestehendem Risiko (alle Arten von Risiko, unabhängig von der Frage einer Covid-19-Infektion) werden wie bisher in unserer Geburtsvorstellungssprechstunde von Arzt und Hebamme gesehen. Ist kein Risiko bekannt, bieten wir eine Telefonsprechstunde an. Die Schwangere wird dann vom Arzt und auf Wunsch auch von der Hebamme telefonisch kontaktiert und alle Fragen werden vorbereitend auf die Geburt besprochen.

Was die Geburt selbst anbelangt, gibt es für  Schwangere ohne Verdacht auf eine Covid-19-Infektion keine Änderungen zum gewohnten Vorgehen vor der Corona-Krise. Natürlich dürfen werdende Väter ihre Partnerin während der gesamten Geburt unterstützen, sofern sie selbst und die werdende Mutter keinen Anhalt für eine Infektion bieten. Die gesamte Betreuung einschließlich Stillförderung und Unterstützung im Wochenbett findet wie gewohnt statt. Lediglich Familienzimmer können derzeit nicht angeboten werden. Die Besuchszeit auf der Wöchnerinnenstation ist derzeit auch für Väter noch auf eine Stunde am Tag beschränkt.

Infizierte Schwangere oder solche, bei denen der Verdacht auf eine Infektion besteht, werden bereits ab dem Krankenhauszugang durch eine spezielle Schleuse in den Kreißsaal gebracht. Für infizierte werden dort isolierte Entbindungszimmer vorgehalten. Das geburtshilfliche Personal im Kreißsaal und auf der Station wurde speziell für den Umgang mit der Corona-Infektion geschult. Da Ärzte und Hebammen im Kreißsaal, durch die Aerosole die während der Geburt entstehen, besonders gefährdet sind, wurden spezielle Standards zu deren Schutz entwickelt und schriftlich festgehalten. Infizierte Schwangere oder solche bei denen der Verdacht besteht, werden angehalten einen Mundschutz zu tragen. Hebammen und Ärzte tragen in diesen Fällen volle Schutzausrüstung. Leider können in diesem Fall infizierte Väter oder Partner infizierter Schwangerer nicht zugelassen werden.

Abgetrennt von den Bereichen, in denen nicht Infizierte Patienten versorgt werden, sind auf der Wöchnerinnen-Station Zimmer für Verdachtsfälle und bestätigte infizierte Fälle vorbereitet. Alle Zimmer sind wie üblich mit Wickelmöglichkeit etc. ausgestattet. Die Neugeborenen werden regelmäßig untersucht, um keine Anzeichen einer möglichen Infektion zu übersehen. Auch die Kinderärzte sind vor Ort. Stillen ist entsprechend den Empfehlungen der WHO und der deutschen Fachgesellschaften ausdrücklich erwünscht – auch bei infizierten Müttern. Diese sollen dann eine Gesichtsmaske tragen und speziell auf eine sorgfältige Händehygiene achten.

Bislang haben sich die getroffenen Maßnahmen als sehr erfolgreich erwiesen. Wir freuen uns, dass sich werdende Eltern auch in dieser herausfordernden Zeit in unserem Krankenhaus sicher aufgehoben fühlen. Dies zeigt sich unter anderem auch darin, dass unsere ohnehin hohen Geburtenzahlen, verglichen mit 2019,  in den vergangenen vier Monaten sogar nochmals deutlich angestiegen sind.

 

Infoabend für werdende Eltern fällt aus

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation kann die Informationsveranstaltung im Krankenhaus derzeit leider nicht stattfinden. Beachten Sie bitte stattdessen unsere

Virtuelle Geburtsvorbereitung