OP-Instrumente für Kenia

Krankenhaus Agatharied spendet aussortiertes Instrumentarium

Hausham, 13.02.2020 – Ohne materiellen Wert und doch unvorstellbar wertvoll: OP-Instrumente, die nicht mehr dem aktuellsten Medizinproduktegesetz entsprechen, werden in deutschen Krankenhäusern ausgesondert. In Ländern, in denen medizinisches Instrumentarium rar ist, können diese Werkzeuge noch Leben retten. Das Krankenhaus Agatharied spendete kürzlich gynäkologische Instrumente an die Organisation run2gether. Klemmen und Co kommen in Kenia so schon bald wieder zum Einsatz.

Ursprünglich war run2gether ein Laufverein. 2007 gründeten der österreichische Turnverein Fürstenfeld und der kenianische Verein Bushtrekkers eine Vereinspartnerschaft. In gemeinsamen Trainingslagern gewannen die kenianischen und österreichischen Läufer tiefe Einblicke in den Trainingsalltag und die Lebensweise sowie in die Kultur der jeweils anderen. Seit dieser Zeit steigerten sich die Zahl der Vereinsmitglieder sowie die Teilnehmerzahlen in den Laufcamps in Österreich und Afrika von Jahr zu Jahr. In den Trainingslagern können europäische Laufbegeisterte mit den kenianischen Profiläufern gemeinsam laufen und Trainingsmethoden austauschen, enge persönliche Kontakte knüpfen und tiefe Einblicke in die gegenseitige Kultur gewinnen. Für das run2gether Profiteam entwickelt sich der Laufsport kontinuierlich zu einer soliden wirtschaftlichen Basis. Zusätzlich gewann die Förderung sozialer Projekte vor allem in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung.

Dr. med. Elisa Westphal, Assistenzärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus Agatharied ist bereits seit vielen Jahren ambitionierte Marathonläuferin. Mitglied bei run2gether sind sie und ihr Mann seit 2019. Im Februar 2020 flogen die beiden bereits zum zweiten Mal für ein Laufcamp in die kenianische Hochebene nahe der Hauptstadt Nairobi. Mit im Gepäck eine medizinische Spende des Krankenhauses. „Der Allgemeinmediziner Keith Kimani aus ‚unserem‘ Dorf Kiambogo, ist unserer Organisation eng verbunden.“, erzählt Elisa Westphal bei der Übergabe der Instrumente in Agatharied, „Im letzten Jahr hat run2gether ihm bereits einen Kühlschrank gespendet, damit er Medikamente sachgerecht lagern kann und nicht abends mit zu sich nach Hause nehmen muss. Anders als in Deutschland ist Keith Kimani als Allgemeinarzt für alle anfallenden Probleme inklusive gynäkologische, geburtshilfliche sowie kleine chirurgische Fragestellungen im Dorf zuständig.“ Doch für eine ausreichende Versorgung der Patientinnen fehlt es in Kiambogi an OP-Instrumentarium. Der Anfrage von Dr. Westphal kommt das Krankenhaus Agatharied daher gerne nach. Mit zwei großen Kisten voller aussortierter OP-Instrumente bepackt, reiste die Ärztin nun vergangene Woche nach Afrika.

In Deutschland dürfen ältere Instrumente, die kein CE Zeichen tragen, nicht mehr verwendet werden - auch wenn sie in einem einwandfreien Zustand sind. Dem Medizinproduktegesetz entsprechend bestehen die Klammern, Haken und Scheren aus Edelstahl und mindestens 11% Chrom – das lässt das Werkzeug auch nach jahrzehntelangem Einsatz aussehen und funktionieren wie am ersten Tag. Und so ist das OP-Instrumentarium, obwohl in Deutschland nicht mehr verwendbar, noch immer in sehr gutem Zustand und für Operationen voll einsetzbar.

Johannes Seifert, Leiter der Wirtschaftsabteilung und Medizintechnik am Krankenhaus Agatharied erklärt: „Auf modernem OP-Instrumentarium sind sehr viele Informationen gespeichert. So kann heute sogar per Barcode jederzeit nachvollzogen werden, welche Instrumente bei welchem Patienten zum Einsatz kommen. Unsere älteren Werkzeuge wurden daher ausgemustert – umso schöner, dass diese nun in Kenia weiterhin eingesetzt werden können, um Menschen gesund zu machen.“

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Pressemitteilung CLINOTEL zum Pflegepersonal-Stärkungsgesetz

Im CLINOTEL-Krankenhausverbund sind 68 öffentliche und freigemeinnützige Krankenhäuser aller Versorgungsstufen (außer Universitätskliniken) aus dem gesamten Bundesgebiet vernetzt. Das Krankenhaus Agatharied ist seit 2018 Mitglied.

Mit dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz versucht Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, die Pflege zu stärken und mit zusätzlichen Mitteln auch finanziell aufzuwerten. Die Pressemitteilung enthält eine Stellungnahme des CLINOTEL-Verbundes zum PPSG.

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