Agatharied im Atrium

OP-Zentrum Oberland und MVZ Holzkirchen öffnen ihre Pforten

Hausham, 14.11.2018 – Mit dem OP-Zentrum Oberland und der MVZ Holzkirchen GmbH eröffnete das Krankenhaus Agatharied diese Woche gleich zwei neue Standbeine im Atrium Gesundheitszentrum Holzkirchen. Was für das Krankenhaus eine Optimierung der OP-Kapazitäten bedeutet, ist für die Bürgerinnen und Bürgerinnen gleichzeitig eine neue medizinische Anlaufstelle für ambulante Operationen im Norden des Landkreises.

Am Mittwoch den 14. November wurden die neuen Räumlichkeiten offiziell eröffnet: das MVZ Holzkirchen und das OP-Zentrum Oberland, betrieben durch das Krankenhaus Agatharied. Letzteres dient einer stufenweisen Erhöhung der Operationskapazitäten womit das Krankenhaus sowohl dem steigenden Bedarf der Patienten als auch den Ansprüchen seiner Mitarbeiter Rechnung trägt.

Hohe Operationszahlen bei verbesserten Arbeitsbedingungen.

Durch die Erweiterung des krankenhauseigenen OP-Trakts im Frühjahr 2018 von fünf auf sieben Säle war es bereits gelungen, das Operationsvolumen von immerhin fast 7.000 Operationen pro Jahr fast gänzlich innerhalb der regulären Saalöffnungszeiten zu erbringen. Im letzten Jahr war das noch ganz anders. Um das hohe Patientenaufkommen zu bewältigen, waren lange OP-Säle bis in die Abendstunden an der Tagesordnung. Für die Errichtung des OP-Zentrums in Holzkirchen waren darüber hinaus die folgenden Beweggründe entscheidend:

  1. Im Zentral-OP im Krankenhaus fehlen geeignete Strukturen für ambulante Patienten. Es fehlen zum Beispiel Umkleiden, die Wegeführung ist nicht geeignet und die Aufwachraumkapazität ist zu klein. Zudem lassen sich die ambulanten Leistungen durch die starke Vermischung mit stationären Leistungen in den aufwendigen Strukturen des Krankenhauses nicht kostendeckend erbringen. Aus diesem Grunde wurde nach Strukturen gesucht, die sowohl aus Sicht der Patienten, als auch im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit der Leistungserbringung besser geeignet sind.
  2. Die operativen Leistungen des Krankenhauses wachsen stetig. Die neuen Schwerpunkte, ob z.B. in der operativen Gynäkologie, der Bereich der Endoprothetik oder die Wirbelsäulenchirurgie werden von den Patienten regional und überregional sehr gut angenommen. Mit anderen Worten, die Kapazitäten der sieben OP-Säle sind bereits (wieder) voll genutzt. In Folge müssten die Klinikmitarbeiter ohne eine Auslagerung der ambulanten OPs bald wieder bis in die Abendstunden operieren. Das soll möglichst vermieden werden.
  3. Holzkirchen ist die einwohnerstärkste Gemeinde des Landkreises. Zudem wächst die Bevölkerung in und um Holzkirchen – sicher auch durch die günstige Verkehrslage vor den Toren Münchens. Da ist die Etablierung eines zusätzlichen medizinischen Angebotes vor Ort nur die logische Konsequenz.

Endlich Realisierung des OP-Zentrums Oberland dank tragfähigem Betreiberkonzept

Das OP-Zentrum in Holzkirchen war sozusagen „schon da“, mit nahezu idealen baulichen Strukturen. Ohne Initiierung eines Neubauprojektes konnten im Atrium fast fertige Räumlichkeiten angemietet werden. Eine zeitintensive und organisatorische Herausforderung war die Inbetriebnahme dennoch. Zunächst galt es beispielsweise, ein juristisch tragfähiges Betreiberkonzept zu entwickeln; denn gemäß geltendem Recht darf und soll ein Krankenhaus zwar ambulante Operationen durchführen. Diese Regelung gilt allerdings nur im Krankenhaus und nicht außerhalb des Klinikgebäudes. Es musste also eine andere Lösung gefunden werden.

Obwohl von Seiten des zuständigen Ministeriums und von Seiten der Krankenkassen das ambulante Operieren ausdrücklich gefördert werden soll, sind alle Bemühungen, zu einer entsprechenden vertraglichen Lösung zu kommen, gescheitert. Letztlich blieb nur die Variante, in partnerschaftlicher Kooperation eine eigene Praxis bzw. ein eigenes Medizinisches Versorgungszentrum – kurz MVZ - zu errichten und so ambulante Operationen in einem ausgelagerten OP-Zentrum erbringen zu können.

Spezialsprechstunden im MVZ – Klinik-Operateure im OP-Zentrum Oberland

Seit November sind in Holzkirchen nun die erfahrenen Klinik-Fachärzte, Frau Dr. Isabel Bauer, Herr Mirko Barone, Herr Hans-Peter Bensch und Herr Dr. Helmut Ersch tätig. Sie operieren ambulant im OP-Zentrum Oberland und bieten für den Großraum Holzkirchen Spezialsprechstunden in den Bereichen Gefäßchirurgie, Hernienchirurgie, Endoprothetik und Sportorthopädie.

Das Betreiberkonzept im OP-Zentrum Oberland

Das OP-Pflegepersonal wird vom Krankenhaus gestellt. Hierzu wurden zusätzliche Stellen geschaffen, die erfreulicherweise auch schon besetzt werden konnten. Die Leitung der OP-Pflege vor Ort hat Herr Ronny Balzer, der viel Erfahrung in der Organisation von ambulanten OPs mitbringt. Die Anästhesie wird sowohl pflegerisch wie auch ärztlich von der Praxis Dr. Jahn/ Dr. Hofstätter erbracht. Die Anästhesiepraxis um Herrn Jahn betreibt bereits sehr erfolgreich die ambulanten OP-Zentren in München Giesing und in Rosenheim.

Qualität und Hygiene haben oberste Priorität

Beim Operieren spielt neben der Leistung der Operateure und der Anästhesisten die Hygiene eine entscheidende Rolle – außer Frage steht, dass die Qualität der Operationen in Holzkirchen jenen in Agatharied in Nichts nachstehen soll.

So wurde zum Beispiel die Lüftungstechnik des ambulanten OPs komplett überarbeitet. Die sterile Aufbereitung des medizinischen Instrumentariums findet im Krankenhaus nach den dort geltenden strengen Regeln statt. Zudem wird das ambulante OP-Zentrum von dem erfahrenen Team aus Hygienefachkräften und hygieneverantwortlichen Ärzten des Krankenhauses betreut – ein echter Gewinn für die Sicherheit und damit für die Patienten.