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Schlaganfallpatienten bestens aufgehoben – Schlaganfalleinheit am Krankenhaus Agatharied als regionale Stroke Unit erfolgreich rezertifiziert

Hausham, 21.08.2019 – Bereits zum zweiten Mal wurde die Schlaganfalleinheit der Abteilung für Neurologie am Krankenhaus Agatharied nach dem gemeinsamen Verfahren der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe der Deutschen Gesellschaft für Schlaganfall als regionale Stroke Unit zertifiziert. Auf den steigenden Bedarf in der Region wurde bereits reagiert - zukünftig stehen im Krankenhaus Agatharied fünf Betten zur Akutversorgung von Schlaganfallpatienten zur Verfügung.

Im letzten Jahr wurden in der Schlaganfalleinheit, der sogenannten Stroke Unit des Krankenhauses Agatharied, rund 500 Patienten versorgt. „In unserer Stroke Unit können wir Schlaganfallpatienten von der Notaufnahme bis zur Entlassung oder Verlegung in eine weiterführende Rehabilitationseinrichtung engmaschig überwachen und interdisziplinär behandeln – neben der Abteilungen für Neurologie, Innere Medizin und Geriatrie, Neurochirurgie und Gefäßchirurgie sowie Radiologie sind auch Kolleginnen und Kollegen der Pflege, des Sozialdienstes sowie der Logo-, Ergo-, und Physiotherapie täglich in die Behandlung involviert und im engen Austausch“, erläutert die Oberärztin der Neurologie Dr. med Christiane Landgrebe. Um der steigenden Anzahl an Schlaganfallpatienten im Landkreis gerecht zu werden, wurden die Kapazitäten des Bereichs zuletzt auf fünf Betten erweitert.

Der Chefarzt der neurologischen Abteilung Prof. Dr. med. Stefan Lorenzl erklärt: „Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute, die der Patient der eine akute Lähmung, Sprachstörung oder Taubheit erleidet, früher behandelt wird. Hier gilt ganz klar: Time is brain! Umso schneller z.B. ein Blutgerinnsel entdeckt und aufgelöst wird, umso besser sind die Chancen des Patienten auf eine gute Rückbildung der Symptome.“

Entscheidend hierfür sind im ersten Schritt die enge Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst im Rahmen des Schlaganfallnetzwerks und die weitere Versorgung des Patienten in der Notaufnahme des Krankenhauses durch Neurologen, Radiologen, Internisten, Intensiv-mediziner und Pflegende. Nach Durchführung der Notfalldiagnostik wird unmittelbar die benötigte Therapie eingeleitet. Dies kann zum einen eine sog. Lysetherapie sein, bei der das Blutgerinnsel durch die Gabe von Medikamenten gelöst wird. In bestimmten Fällen kann auch ein Kathetereingriff nötig sein, um ein Gerinnsel operativ aus einem Gehirngefäß zu entfernen. Eine enge Zusammenarbeit der verschiedenen Abteilungen ist grundsätzlich entscheidend für die Heilungsaussichten des Patienten. Bei operativen Eingriffen arbeiten die gefäßchirurgischen Kollegen des Krankenhauses im intensiven Austausch mit der neurologischen Abteilung und dem seit 2018 in Agatharied tätigen Neurochirurgen Dr. med. Niels Buchmann zusammen. Darüber hinaus besteht eine Kooperation mit der neurochirurgischen Abteilung der Schön Klinik Vogtareuth unter der Leitung von Dr. med. Manfred Kudernatsch.

Durch die Teilnahme am Projekt „Flying Interventionalists“ des TEMPiS Netzwerks (TEMPiS = Telemedizinisches Projekt zur integrierten Schlaganfallversorgung in Süd-Ost Bayern) werden bei Bedarf weitere spezialisierte Ärzte per Helikopter ins Krankenhaus geflogen. So können Patienten seit 2018 auch mit schwerwiegenden Schlaganfällen in Agatharied operiert werden.

Sowohl für konservativ als auch operativ behandelte Patienten erfolgt die weitere Schlaganfallversorgung auf der Stroke Unit. Hier wird die Ursachenabklärung durchgeführt und die medikamentöse und v.a. therapeutische Weiterbehandlung begonnen. Mit Hilfe des Sozialdienstes wird die ambulante oder stationäre Rehabilitation oder die häusliche Weiterversorgung geplant. Prokurist Benjamin Bartholdt freut sich mit dem Team der Abteilung: „Mit der Rezertifizierung unserer Stroke Unit wird die sehr gute Qualität unserer Schlaganfallversorgung auch von externer Stelle erneut bestätigt.“