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Neuigkeiten aus der Klinik

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Das Krankenhaus Agatharied in den Medien

Unsere neuesten Pressemitteilungen

Juli 2020

Hausham, 23.07.2020 – Seit Wochen gibt es in ganz Deutschland immer mehr Lockerun-gen: Schulen haben geöffnet, der Biergarten- und Friseurbesuch ist wieder erlaubt und auch Versammlungen dürfen immer größer werden. Dies passt hervorragend zur Som-mer- und Urlaubslaune und die Menschen freuen sich, wieder den so notwendigen sozia-len Kontakten nachgehen zu können. Dies macht sich auch an den Besucherzahlen im Krankenhaus Agatharied bemerkbar – leider aber nicht nur positiv.

Durch die Pandemie waren und sind die Besuche mittels Besuchsregelungen im Krankenhäu-sern deutlich eingeschränkt worden. Viele nicht dringend notwendige Kontakte können dadurch vermieden und Infektionsketten unterbrochen werden. Gleichzeitig wird im Krankenhaus im-mer versucht, den Aufenthalt für Patienten möglichst angenehm zu gestalten, wozu selbstver-ständlich auch der Besuch von Familie und Freunden zählt. Die tägliche Besuchszeit wurde be-reits von 30 Minuten auf 60 Minuten pro Patient erhöht und die Stationen versuchen trotz aller Einschränkungen individuelle Lösungen zu finden.
Dennoch verschwindet durch den erfreulichen Rückgang der Fallzahlen in den letzten Wochen gleichzeitig auch die Wichtigkeit der weiteren Einhaltung einiger Vorschriften – vor allem im Krankenhaus – immer mehr aus dem Gedächtnis der Menschen. Die Besuchsregelungen werden möglichst „ausgereizt“ und teilweise wird sogar getrickst, um noch länger oder öfter die Liebs-ten im Krankenhaus besuchen zu können. Dies ist aus menschlicher Sicht höchst verständlich, aber aus medizinischer Sicht und zum Wohle der Allgemeinheit leider nicht erstrebenswert. Vor allem an den Wochenenden werden im Krankenhaus Agatharied immer mehr und mehr Besu-cher registriert.

Warum sind seit dem Corona Virus Besucher eine Belastung für das Krankenhaus?

Jeder Kontakt beinhaltet eine potentielle Gefahr der Ansteckung oder Übertragung des Covid-19 Virus. Damit riskiert jeder Besucher und jeder Patient, das Auslösen einer zusätzlichen Infekti-onsausbreitung. Zudem haben viele Patienten im Krankenhaus ein schlechteres Immunsystem, was zusätzlich zu einem erhöhten Übertragungsrisiko führt.
Aktuell darf jeder Patient im Krankenhaus pro Tag einen Besucher für 60 Minuten empfangen. Die gewünschte Besuchsperson wird bei der Aufnahme vom Patienten angegeben.
Um gegebenenfalls Infektionsketten nachvollziehen zu können, ist das Krankenhaus verpflichtet auch von allen Besuchern die Personalien und die zu besuchende Person aufzunehmen und dies mit den Angaben des Patienten zu vergleichen. Außerdem wird im System vermerkt, an wel-chem Tag und zu welcher Uhrzeit der Besucher erscheint. Dieser wird angehalten die aktuellen Hygienemaßnahmen, wie die Einhaltung des Mindestabstandes, Maskenpflicht im gesamten Haus und Händedesinfektion zu berücksichtigen. Zusätzlich muss jeder Besucher vom ärztlichen Personal über den aktuellen Gesundheitszustand oder mögliche Symptome befragt werden und eine Temperaturmessung wird vorgenommen. Selbstverständlich haben viele Besucher noch zusätzliche Fragen, welche natürlich ausführlich und gerne beantwortet werden.
All diese dringend notwenigen Maßnahmen führen zu einem erheblichen administrativen und personellen Mehraufwand, der bei den stetig steigenden Patienten und Besucherzahlen das Krankenhaus an die Belastungsgrenze bringt.

Was können Patienten und Besucher konkret tun, um die Situation zu verbessern?

Die einzig wirklich effiziente Lösung ist es, die Besuche auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Die große Bitte an alle Mitmenschen ist daher, sich nicht nur an die vorgegebenen Hygiene- und Besuchsregelungen zu halten, sondern generell jeden Besuch nochmal zu überdenken. Vor allem im Falle von nur kurzen Patientenverweildauern (1-3 Tage) ist es im Hinblick auf die Pandemie-Situation aus Sicht des Krankenhauses zumutbar, auf einen Besuch komplett zu verzichten und Alternativen zu nutzen. Zum Beispiel können Patienten im Krankenhaus kostenlos das BayernWLAN nutzen, was auch wunderbar für Videotelefonate oder ähnliches mit den Liebsten zu Hause verwendet werden kann.

Medizinisch notwendige Begleitpersonen, wie zum Beispiel Angehörige dementer Patienten, Eltern von kleinen Kindern oder Dolmetscher sind selbstverständlich willkommen.

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Hausham, 02.07.2020 – Deutschlands Krankenhäuser haben die erste Welle der Corona-Pandemie trotz vieler Widrigkeiten bewundernswert gemeistert. Es gab keine Engpässe in der stationären Versorgung der Covid-19-Patienten und die Sterberate war hierzulan-de deutlich niedriger als in anderen betroffenen Regionen. Die beispiellose Einsatzbereit-schaft bescherte allen Beteiligten großen Dank und täglichen Applaus. Debatten über eine notwendige Krankenhausreform sind vorerst verstummt, aber was folgt nach dem Ausnahmezustand?

Nicht nur der Vorsitzende des Weltärztebundes, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, hat seiner Hoffnung Ausdruck verliehen, dass all diejenigen, die „uns in den letzten Jahren die Betten strei-chen und Krankenhäuser schließen wollten, nun gesehen haben wie gut es war, dass wir unsere Kapazitäten haben.“ Die weitere Debatte zur künftigen Krankenhauslandschaft in Deutschland erwartet auch Michael Kelbel, der Geschäftsführer des Krankenhauses Agatharied, mit gespann-ter Besorgnis: „In den letzten Jahren kreisten die Diskussionen über die richtige Krankenhausstruktur in unserem Land stets um Effizienz und Ökonomie. Die angebliche Sorge um die Quali-tät der Patientenversorgung war stets vorgeschoben, um damit das eigentliche Vorhaben der Reduzierung der Krankenhäuser und der Krankenhausbetten zu begründen. Dass wir uns jetzt in der Pandemie dennoch so gut behaupten können, ist der Kompetenz, Kreativität und Einsatz-bereitschaft unserer Mitarbeiter in den verschiedensten Bereichen zu verdanken – aber nicht zuletzt auch der Tatsache, dass uns noch ausreichend Krankenhausbetten zur Verfügung stehen.“

Sollen Krankenhäuser trotz der Pandemie schließen?

Bereits im Jahr 2016 hat die Leopoldina-Akademie der Wissenschaften in einem umfassenden Thesenpapier zur ‚Genesung der Krankenhauslandschaft‘ die Ansicht vertreten, von den mehr als 1.600 allgemeinen Krankenhäusern in Deutschland könnten die meisten geschlossen werden. Die Wissenschaftler waren der Meinung, eine bessere und effizientere Versorgung sei bundesweit mit 330 Klinikzentren umzusetzen. Auch die vielzitierte Studie der Bertelsmann-Stiftung aus dem Juli 2019 führt aus, dass sich viele Komplikationen und Todesfälle durch eine Konzentration auf deutlich unter 600 statt heute knapp 1.400 Kliniken vermeiden ließen. Ebenso gingen damit eine bessere Ausstattung, eine höhere Spezialisierung sowie eine bessere Betreuung durch Fachärzte und Pflegekräfte einher.

Im Krankenhaus Agatharied sind bislang knapp hundert Covid-19-Patienten stationär behandelt worden, 16 wurden intensivmedizinisch versorgt. Aktuell ist kein Covid-19-Patient mehr im Haus. Die Sicherheitsvorkehrungen bei der Patientenaufnahme aber werden weiterhin mit höchster Sorgfalt eingehalten. Besucher des Hauses müssen sich sogar strengeren Regeln fügen als sie die Bayerische Staatsregierung vorgibt. Patienten, bei denen eine Covid-19-Erkrankung nicht durch Test ausgeschlossen werden kann, werden zunächst in Einzelzimmern isoliert. Diese Vorgehensweise in Verbindung mit einer Vorhaltung für den Fall, dass es eine zweite Welle oder aber ein regionales Ereignis zu meistern gilt, führt zu einer deutlichen Kapazitätseinschränkung. Dem Krankenhaus stehen derzeit weit weniger Betten zur Verfügung als vor der Krise. Ein echter Normalbetrieb ist in weiter Ferne.

Das „Krankenhaus der Zukunft“ wird eine Herausforderung

„Wir haben in den vergangenen Monaten Vieles gelernt“, sagt Michael Kelbel und mutmaßt, „dass wir einen vernünftigen Weg finden müssen, dauerhaft mit dieser Pandemie umzugehen und vermutlich auch mit vielen weiteren.“ Es wird zum Krankenhausalltag gehören, jeden neuen Patienten, Mitarbeiter und auch Besucher auf eine mögliche Virusinfektion hin zu überprüfen und Infizierte sicher isolieren zu können. Krankenhausstrukturen, Bauvorhaben, Bedarfspläne und Abläufe müssten angepasst, neue Finanzierungsmaßnahmen entwickelt werden. Auch Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt fordert eine Neuregelung der Klinikfinanzierung in Deutschland. Krankenhäuser seien keine Unternehmen, in denen man wie in einem produzierenden Betrieb nur die Auslastung optimieren könne. In den vergangenen Jahren sei die Investitionsfinanzierung völlig unzureichend gewesen.

Schon heute liegen die Ausgaben, die im Krankenhaus Agatharied für die zahlreichen außerordentlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie aufgewendet werden mussten, im siebenstelligen Bereich. Die finanziellen Hilfen, die das ‚Krankenhausentlastungsgesetz‘ und die spezifisch bayerischen Unterstützungspakete dafür vorsehen, können die tatsächlichen Ausgaben voraussichtlich nicht vollständig decken. Noch viel problematischer ist aus der Sicht des Geschäftsführers jedoch die überbordende Bürokratie des DRG-Systems (Diagnosis Related Groups/diagnosebezogene Fallgruppen), das als auf Wettbewerb ausgerichtetes Finanzierungssystem für solche Ausnahmezustände nicht gedacht und gemacht ist. Dass es nicht gelungen ist, dieses System zumindest vorübergehend auszusetzen, findet Michael Kelbel bedenklich, denn so seien bestandsgefährdende Folgen der Pandemie nicht auszuschließen. Sein Fazit: „Das Krankenhaus der Zukunft zu gestalten, wird eine echte Herausforderung.“

Inwieweit die Bestrebungen zur Schließung eines Großteils der Kliniken dazu geeignet sein werden, den besonderen Anforderungen des künftigen Gesundheitssystems gerecht zu werden, bleibt abzuwarten. Die Bertelsmann-Stiftung präsentiert ihre Studie aktuell mit einem Update aus dem Jahr 2020, in dem es heißt: „In einer Situation, in der sowohl Wissenschaft wie Politik auf Sicht fahren und kaum länger als von Woche zu Woche agieren können, ist es viel zu früh, um aus einer unvorhersehbaren Krise grundlegende Schlussfolgerungen für die künftige Krankenhausstruktur abzuleiten. Erst im Rückblick wird deutlich werden, welche Konsequenzen aus der Corona-Pandemie für die Neuausrichtung unserer Versorgungslandschaft, ambulant wie stationär, zu ziehen sind.“

Michael Kelbel sieht das ähnlich und verweist darauf, dass eine reine Krankenhausstrukturde-batte das Ziel immer verfehlen wird. „Nur, wenn alle Sektoren des Gesundheitswesens in ihrem Zusammenspiel auf den Prüfstand gestellt werden, besteht die Chance, am Ende etwas Sinnvolles zu gestalten.“ Ausgangspunkt der Diskussionen über eine neue Krankenhausstruktur in Deutschland sei schließlich gewesen, dass in unserem Land deutlich mehr Patienten stationär behandelt werden und dies im Durchschnitt auch noch länger als in anderen vergleichbaren Ländern. „Wenn in Zukunft die Patienten nicht in langen Warteschlangen vor den Kliniken stehen sollen, dann muss der Politik etwas Intelligenteres einfallen, als lediglich die Krankenhaus-Kapazitäten zu verknappen.“ Die Erkenntnisse aus der Corona-Krise seien hier nur ein weiterer Punkt, der bei der Strukturdiskussion zu bedenken sei.
Was bleibt, ist die Hoffnung, dass Wissenschaft und Politik einen Konsens im Sinne der Patienten finden werden.

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August 2020

Hausham, 26.08.2020 – Bereits im März wurde das Endometriosezentrum Agatharied durch die Stiftung Endometriose Forschung, die Europäische Endometriose Liga und die Endometriose-Vereinigung Deutschland  mit einem gemeinsamen Zertifikat für die hohe Versorgungsqualität ausgezeichnet. Knapp fünf  Monate später bestätigt die große Zahl der bereits 100 Patientinnen seit der Zertifizierung die große Bedeutung der geschaffenen Strukturen für die Frauen in der Region und weit über die Landkreisgrenzen hinaus.

„Starke Regelschmerzen können Endometriose sein, auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr“, schildert der Leiter des Zentrums, Chefarzt PD Dr. med. Stefan Rimbach, häufige Symptome der gynäkologischen Erkrankung, an der etwa fünf bis 15 Prozent aller Frauen leiden. Häufig tritt die Endometriose, eine gutartige aber oft chronische Erkrankung erstmals mit Beginn der Pubertät auf und dauert meist bis zu den Wechseljahren. Durch die Krankheit bildet sich Gebärmutterschleimhaut (medizinischer Fachbegriff: Endometrium) außerhalb der Gebärmutter, vor allem im Unterleib aber auch an anderen Organen. Die Gebärmutterschleimhaut reagiert im Zyklus der Periodenblutung und führt zyklusabhängig zu starken Menstruationsbeschwerden sowie Rückenschmerzen. Nicht selten kann Endometriose auch die Ursache für einen unerfüllten Kinderwunsch sein. „Viele Patientinnen leiden oft jahrelang an starken Schmerzen und bekommen eingeredet, dass sei ‚normal‘, das müsse man aushalten oder die Schmerzen seien rein psychisch. Wir nehmen die Frauen ernst, erheben ganz ausführlich die Krankengeschichte und entwickeln mit den Patientinnen gemeinsam einen individuellen Behandlungsplan“, so Rimbach.

Entscheidend für eine erfolgreiche Therapie seien dabei vielerlei Faktoren. Unter dem Dach des Krankenhauses Agatharied ist das Endometriosezentrum in dessen ambulante als auch stationäre Strukturen eingebettet. Hier steht den Patientinnen ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Methoden zur Verfügung. Ist eine operative Behandlung unumgänglich, kann diese aufgrund der Spezialisierung der Ärzte der gynäkologischen Abteilung meist minimal invasiv erfolgen. Wenn am Darm operiert werden muss, erfolgt die Behandlung interdisziplinär gemeinsam mit der Viszeralchirurgie,  für komplexe Eingriffe an der Blase kommen Urologen aus der Stadtklinik Bad Tölz hinzu, mit der zu diesem Zweck  ein Kooperationsvertrag geschlossen wurde.

Als weitere Besonderheit des Zentrums schildert Dr. Ann-Kathrin Eyrich, Koordinatorin des Endometriosezentrum, neben der hochmodernen Versorgungsstruktur im Krankenhaus auch das in den letzten Jahren aufgebaute Netzwerk zu den Kooperationspartnern in der Region: „Wir pflegen enge Kontakte zu unseren niedergelassenen gynäkologischen Kolleginnen und Kollegen. So können wir für jede Patientin einen individuellen Behandlungsweg entwickeln, uns mit ihrem Frauenarzt abstimmen und die Behandlungsgeschichte genauso in die Therapie einfließen lassen wie die Nachversorgung nach OP oder beispielweise die Weiterbehandlung in einer Kinderwunschklinik.“ Im Netzwerk des Zentrums vertreten sind unter anderem Psychologen der kbo Lech Mangfall-Klinik, Physiotherapeuten, Ernährungsberatung, Sozialdienst, ein Schmerztherapeut, Kinderwunschzentren in München und am Chiemsee und auch eine spezialisierte Reha-Klinik.

Chefarzt Rimbach liegt die Weiterentwicklung der medizinischen und wissenschaftlichen Expertise im Bereich Endometriose besonders am Herzen. Als Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Stiftung Endometriose Forschung und Autor zahlreicher Publikationen zu diesem Thema setzt er sich für die Bündelung der Expertise und Weiterbildung seines Ärzteteams in diesem Bereich ein. Das Endometriosezentrum des Krankenhauses Agatharied bekam diesen Einsatz für die hohe medizinische Qualität nun mit der Zertifizierung durch die Fachgesellschaften bestätigt. Die wesentlichen Säulen für die erfolgreiche Behandlung der Patientinnen sind laut Rimbach sowohl das funktionierende, gelebte Zusammenwirken als auch die große Erfahrung der am Krankenhausgelände ansässigen Instanzen, der niedergelassenen Partner, der externen Kooperationen und nicht zuletzt der menschlich besonders zugewandte Behandlungsansatz seiner Abteilung.

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Download Bild (Koordinatorin Dr. Ann-Kathrin Eyrich bei einer Behandlung)

Hausham, 13.08.2020 In diesem Jahr hat sich durch die Corona Pandemie einiges verändert. Die Krankenhäuser in Deutschland waren auf Grund des Infektionsschutzgesetzes aufgefordert Betten und Intensivkapazität für SARS-Cov-2 Patienten freizuhalten. Zusätzlich wurde der Bewegungsradius vieler Menschen deutlich eingeschränkt. Dadurch sind einige Themen wie die Krebsvorsorge in den Hintergrund gerückt. Leiter des zertifizierten Darmkrebszentrums am Krankenhaus Agatharied Prof. Dr. Hans Martin Schardey (Chefarzt Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Endokrine Chirurgie, Darmkrebszentrum), Stellv. Leiter PD Dr. Peter Klare (Chefarzt Gastroenterologie und Allgemeine Innere Medizin, Darmkrebszentrum) und Koordinator Dr. Thomas von Ahnen (Oberarzt Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Endokrine Chirurgie, Darmkrebszentrum) stehen Rede und Antwort auf die Frage: „Warum Vorsorge so wichtig ist.“

Wie kommt es zu Darmkrebs?

„Als Darmkrebs wird ein bösartiger Tumor im Dickdarm oder Mastdarm bezeichnet. Es handelt sich um einen der häufigsten Tumorerkrankungen in Deutschland. Bei Männern stellt Darmkrebs die zweithäufigste, bei Frauen die dritthäufigste Krebserkrankung da. Im Jahresdurchschnitt erkranken in der Bundesrepublik ca. 70.000 Menschen neu an Darmkrebs. Für jeden einzelnen Bürger beträgt das Risiko im Laufe eines Lebens an Darmkrebs zu erkranken mehr als fünf Prozent.“
Prof . Dr. med. H.M. Schardey

„Ca. 90% der Darmkrebserkrankungen entstehen primär aus zunächst gutartigen Darmpolypen. Diese Entartung vom Darmpolyp (Adenom) zum Krebs (Karzinom) kann rund 10 Jahre dauern. Die Entwicklung  wird als Adenom-Karzinom-Sequenz bezeichnet. Ursache dafür sind aufeinander folgende Fehler bei der Zellteilung (Mutationen) an den Schleimhautzellen der Darmwand. Dadurch kommt es zu einem Verlust der natürlichen Wachstumskontrolle der Zellen. Die Krebszelle wachsen dadurch unkontrolliert und bereiten sich immer weiter aus.“ PD Dr. med. P. Klare

Welche Symptome verursacht Darmkrebs?

„Karzinome im Darm wachsen normalerweise nicht von heute auf morgen, sondern ganz langsam über Monate bzw. Jahren. Meist spürt man davon wenig bis gar nichts und das ist leider sehr trügerisch. Manchmal sendet der Körper jedoch einige Warnzeichen bzw. unspezifische Symptome, auf die man achten sollte. Diese können auf einen Tumor im Darm hinweisen.

  • Blut im oder am Stuhl, das ihn rot oder schwarz färbt
  • Bei Abgang von Blähungen mit etwas Blut, Schleim oder Stuhl
  • Veränderte Stuhlgewohnheiten, bleistiftdünner Stuhl; oder Wechsel von Verstopfung zu Durchfall und umgekehrt (paradoxe Diarrhoen)
  • Krampfartige Bauchschmerzen, die länger als eine Woche anhalten ohne Hinweise auf eine andere Ursache
  • Symptome einer katabolen Stoffwechselerkrankung Blässe, ständige Müdigkeit, Abgeschlagenheit, geringere Belastbarkeit, Gewichtsabnahme

Diese Symptome werden als B-Symptomatik zusammengefasst.“
Dr. med. T. von Ahnen

Warum sollte man zur Vorsorge gehen?

„Da Tumorerkrankungen sehr unspezifisch sind und man lange Zeit von einem Tumor nichts merkt gibt es in Deutschland ein Programm der Früherkennung bzw. Vorsorge. Dieses richtet sich nach dem Alter und dem  individuellen Erkrankungsrisiko.“
Prof . Dr. med. H.M. Schardey

„General gilt, dass jeder Bürger ab dem 50. Lebensjahr die Möglichkeit hat eine Vorsorgekoloskopie wahrzunehmen. Bei familiärer Vorbelastung (Erkrankungen erstgradiger Verwandter) ist allerdings in vielen Fällen ein früherer Zeitraum sinnvoll. Jeder Patient sollte seinen Hausarzt ansprechen und mit diesem zusammen den richtigen Zeitpunkt für die Vorsorge festlegen.“
PD Dr. med. P. Klare

Wie sieht die aktuelle Therapie bei Darmkrebs aus?

„Die Therapie richtet sich nach dem Ausmaß der Erkrankung. Hierfür ist es wichtig möglichst viel über den Tumor in Erfahrung zu bringen. Deshalb wird, wenn die Diagnose gesichert ist, eine Reihe von weiteren Untersuchungen eingeleitet. Mit diesen wird die Größe des Tumors und die mögliche Streuung von Tumorgewebe geprüft.“
Dr. med. T. von Ahnen

„Anschließend wird jeder Fall in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz besprochen. Die individuelle Therapie richtet sich nach dem jeweiligen Tumorstadium (Größe, Lage, Fernmetastasen) und umfasst in frühen Stadien die endoskopische Abtragung, für größere Tumoren die chirurgische onkologische Resektion, Chemotherapie und oder Strahlentherapie.“
Prof . Dr. med. H.M. Schardey

Wie ist die Prognose?

„Bei Darmkrebs handelt es sich um eine sehr häufige Tumorerkrankung, die leicht erkannt werden kann. Jeder kann betroffen sein. Es ist außerdem ganz wichtig zu verstehen, dass je früher die Diagnose gestellt wird desto besser ist auch der Heilungserfolg. Im Idealfall können die noch gutartigen Vorstufen (Adenome) bereits in der Praxis und sogar die ganz kleinen Darmkrebs Tumore im Krankenhaus endoskopisch beseitigt werden. Eine Vorsorgeuntersuchung mittels Koloskopie stellt hierfür die Schlüsselfunktion dar. Jeder Bürger sollte dies mit seinem Hausarzt ausführlich besprechen.“
PD Dr. med. P. Klare

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Hausham, 05.08.2020

Am Freitag, den 24. Juli 2020 nahmen 13 Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe am Krankenhaus Agatharied im Restaurant der Klinik ihre Zeugnisse entgegen. Die gesamte Klasse des Jahrgangs 2019/2020 hat ihre Abschlussprüfungen (schriftlich und mündlich) der Pflegefachhilfeausbildung erfolgreich absolviert. Insbesondere in den schriftlichen Abschlussprüfungen wurden sehr zufriedenstellende Ergebnisse erzielt.

„Das war die mit Abstand beste Klasse, die wir je zu Pflegefachhelfern ausgebildet haben“, beschreibt Michael Kelbel, Geschäftsführer am Krankenhaus Agatharied stolz. Vier der insgesamt 13 Absolventen erreichten einen Gesamtnotendurchschnitt von 1,5 oder besser. Kelbel überreichte den vier Spitzenkandidaten repräsentativ für das Krankenhaus die „Agatharieder Absolventen Auszeichnung“.  Als Belohnung für die außerordentlichen Leistungen gab es zusätzlich ein kleines Präsent in Form eines Gutscheins.

Für die frisch ausgezeichneten Pflegefachhelfer beginnt nun ein neuer und aufregender Lebensabschnitt. Es steht bereits fest, dass zwei Schülerinnen ihren Weg mit der generalistischen Pflegeausbildung ab dem 01.09.2020 an der Berufsfachschule für Gesundheits- und Krankenpflege am Krankenhaus Agatharied weitergehen werden. Als besonderen Erfolg wertet die Krankenhausleitung, dass zehn der frischgebackenen Pflegefachhelfer für das Krankenhaus gewonnen werden konnten.

Am Montag, 3. August startete bereits der neue Jahrgang mit der Ausbildung zum Pflegefachhelfer an der Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe. 16 junge Frauen und Männer im Alter zwischen 16 und 47 Jahren, darunter zehn Schüler aus Deutschland sowie je ein Schüler aus Afghanistan, Tschechien, Madagaskar, Bosnien und Herzegowina und aus Kasachstan bilden die neue Klasse 20-21. „Die bunte Mischung der Menschen und ihre Erfahrungen sind für die Klasse selbst, für unsere Schule und unser Krankenhaus, aber auch für mich als Klassenleistung eine absolute Bereicherung!", freut sich die Pflegepädagogin Mirjam Hartwig darauf mit ihrer neuen Klasse in das Schuljahr zu starten. 

Wie auch bereits bei der Absolventenfeier ließen es sich Landrat Olaf von Löwis, Bürgermeister von Hausham Jens Zangenfeind und die Krankenhausleitung vertreten durch Geschäftsführer Michael Kelbel, die Prokuristen Michael Guggemoos und Benjamin Bartholdt, Pflegedirektor Sven Steppat, Dr. Peter Wellner und Prof. Dr. Ulrich Brunner als Vertreter des Ärztlichen Direktoriums sowie der Betriebsrat vertreten durch den Vorsitzenden Rainer Müller und die stellv. Vorsitzende Birgit Kleber (sowie vielen weiteren) nicht nehmen, den neuen Jahrgang im Restaurant des Krankenhauses willkommen zu heißen.

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Juni 2020

Hausham, 29.06.2020 – Der Hospizkreis im Landkreis Miesbach hat dem Krankenhaus Agatha-ried, wie auch bereits mehreren Pflegeheimen, zwei Tablets gespendet. Durch diese digitale Lö-sung können die Patienten in diesen Zeiten Corona-bedingter Besuchereinschränkungen und auch darüber hinaus ab sofort auch online mit ihren Angehörigen kommunizieren. Ermöglicht wurde die Spende durch die großzügige Unterstützung der Professor-Otto-Beisheim-Stiftung, die bereit war die Tablets zu finanzieren. „Der Kontakt zu ihren Angehörigen ist für unsere Pati-enten enorm wichtig. Es ist schön, dass wir ihnen jetzt zusätzlich einen digitalen Weg anbieten können, um mit ihren Angehörigen in Kontakt zu bleiben.“, freut sich Priv.-Doz. Dr. med. Joachim Groh, Chefarzt der Palliativmedizin am Krankenhaus Agatharied.

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Mai 2020

Das Krankenhaus Agatharied verschärft seine Besuchsregelung mit sofortiger Wirkung und untersagt Be-suche bei CoViD-19-Patienten grundsätzlich. „Die Sicherheit unserer Patienten und unserer Mitarbeiter steht absolut im Vordergrund.“ Daran lässt Michael Kelbel, Geschäftsführer des Krankenhauses Agatha-ried, keinen Zweifel aufkommen. „Wenn wir diese Sicherheit nur durch einschneidende Maßnahmen ge-währleisten können, dann führt an diesen Maßnahmen leider kein Weg vorbei.“

Seit der Lockerung des absoluten Besuchsverbots vor rund zwei Wochen verzeichnet das Krankenhaus einen deutlichen Anstieg des Besucheraufkommens. Gerade auf den Stationen, auf denen aufgrund der Corona-Pandemie besondere hygienische Verhaltensregeln eingehalten werden müssen, bereitet dieser Ansturm enorme Schwierigkeiten. So berichtet eine Pflegekraft von Besuchern, die die ausgehändigte Schutzausrüstung eigenmächtig noch auf der Station ablegen oder von Situationen, wo in den Patientenzimmern weder der geforderte Mindestabstand eingehalten wird, noch Besucher oder Patient den zwin-gend erforderlichen Mundschutz tragen. Das Risiko einer Übertragung des Virus kann aber nur dann relativ sicher ausgeschlossen werden, wenn diese Sicherheitsmaßnahmen konsequent umgesetzt werden.
Da das Krankenhaus nicht über die Möglichkeiten verfügt, die Einhaltung dieser Maßnahmen in jedem Einzelfall zu kontrollieren und sicherzustellen, wird nun ab sofort die Besuchsregelung eingeschränkt. Pa-tienten mit bestätigter CoViD-19-Erkrankung oder solche, bei der diese mögliche Erkrankung noch nicht sicher ausgeschlossen werden kann, dürfen grundsätzlich keine Besuche mehr empfangen. Es gibt nur eine sehr begrenzte Anzahl von Ausnahmen, die aber in jedem Einzelfall vorher abgesprochen sein müssen.


Etwas lockerer sind die Vorschriften für Patienten, für die bereits ein negatives Testergebnis vorliegt. Sie können einmal am Tag für eine Dauer von 30 Minuten Besuch empfangen. Wichtig ist hierbei, die Besuchs-zeiten zwischen 15 Uhr und 19 Uhr einzuhalten. Auch ist nur eine, für die Dauer des Aufenthalts fest definierte Person als Besucher zugelassen. Diese wird in der Patientenakte hinterlegt und erhält einen Besu-cherausweis. So können, falls nötig, Infektionsketten schnell nachvollzogen werden und die Besucherströme im Haus gering und geregelt gehalten werden.

Grundsätzlich gilt bei allen Besuchen: Patient und Besucher haben während der gesamten Dauer die grundlegenden Hygieneregeln einzuhalten: sorgfältige Händedesinfektion, Mundschutz und der Mindest-abstand von 1,5 Metern sind obligatorisch. Im Einzelfall ist darüber hinaus die angeordnete persönliche Schutzausrüstung zu tragen.

„Es tut uns leid, dass die Umstände solch restriktive Maßnahmen erfordern. Aber das sind wir unseren Patienten und Mitarbeitern schuldig“, so Michael Kelbel. Das Krankenhaus Agatharied dankt für das Ver-ständnis aller Besucher und Patienten.

Ab dem 09. Mai wird laut 4. Bayerischer Infektionsschutzmaßnahmenverordnung auch das bis dato geltende Besuchsverbot in Krankenhäusern gelockert. Zum Eigenschutz und zum Schutz seiner Mitarbeitenden und Patienten appelliert das Krankenhaus Agatharied aber an die Vernunft der Besucher und öffnet seine Pforten nur sehr vorsichtig und unter Einhaltung strenger Kriterien. Ein absolutes Besuchsverbot gilt weiterhin für Menschen mit Atemwegsinfekten, Fieber, Magen-Darm-Erkrankungen. Grundsätzlich darf aber jeder Patient pro  Tag und für die Dauer einer Stunde Besuch von einer engsten Bezugsperson empfangen. Das ganze kann natürlich nur funktionieren, wenn die grundlegenden Hygieneregeln eingehalten werden. Das bedeutet, dass sowohl für den Patienten als auch für den Besucher das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verpflichtend ist.

Und natürlich muss auch der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden.

Dringend zu berücksichtigen ist nach wie vor, dass Besucher mit Krankheitssymptomen, die auf Corona hindeuten könnten (z.B. Erkältungssymptomen jeder Art, Husten, Schnupfen, Fieber, Durchfall, etc.) dem Krankenhaus ausdrücklich fernbleiben sollen.

„Unsere oberste Prämisse bleibt weiterhin der Schutz unserer Patienten und Mitarbeiter. Der Eintrag von Viren ist derzeit unser größtes Risiko. Das ist auch der Grund, weshalb wir Besuche nach wie vor nur sehr eingeschränkt ermöglichen können. Die Hygienekriterien müssen zu jeder Zeit unbedingt erfüllt sein. Es steht außer Frage, dass die Situation sowohl für Patienten als auch für deren Angehörige sehr belastend sein kann. Dennoch müssen wir zum jetzigen Zeitpunkt auf Vernunft und Rücksichtnahme bestehen.“, begründet Geschäftsführer Michael Kelbel die Besucherregelung am Krankenhaus Agatharied.

Besondere Regelungen galten im Krankenhaus schon immer: Die Hausordnung in Agatharied erlaubt Patientenbesuche auf den Normalstationen täglich von 15 Uhr bis 19 Uhr, auf  Kinderstation und Wöchnerinnenstation auch länger. Doch auch dort wird darum gebeten, die Ruhezeiten von 12 Uhr bis 14 Uhr zu berücksichtigen. Für die Intensivstation gelten die im Einzelfall vom zuständigen Arzt bestimmten Besuchszeiten.

„Der Schutz der Intimsphäre und der Persönlichkeitsrechte der Patienten hat für uns Priorität.“, begründet Pflegedirektor Sven Steppat die Besuchszeiten, „Vormittags finden viele pflegerische Behandlungen, Visiten sowie therapeutische und diagnostische Maßnahmen statt. Feste Besuchszeiten machen den Arbeitsalltag für die Pflegenden besser planbar – für die Patienten bietet ein geregelter Ablauf mehr Zeit für Ruhe und Genesung.“

Sollte in dringenden Ausnahmen von den Besuchszeiten abgewichen werden müssen, wird um telefonische Voranmeldung  bei der Station gebeten. Für alle Besucher gilt, dass der Zugang zum Krankenhaus nur nach Anmeldung an der Rezeption und nach schriftlicher Bestätigung der geltenden Hygieneregeln erfolgen kann.

 

Besuchsregelungen am Krankenhaus Agatharied

  • Grundsätzlich darf jeder Patient am Tag einen Besucher (Angehörige des eigenen Hausstands, Ehegatten, Lebenspartner, Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, Eltern, Großeltern, Kinder oder Geschwister) während einer festen Besuchszeit empfangen.
  • Ein absolutes Besuchsverbot gilt weiterhin für Menschen mit Atemwegsinfekten, Fieber, Magen-Darm-Erkrankungen.
  • Die Besuchszeit erstreckt sich von 15:00 Uhr bis 19:00 Uhr täglich.
  • Besuche außerhalb der Besuchszeit sind nur zulässig
    •  bei Geburt
    • für die Begleitung Sterbender
    • bei minderjährigen Patienten
    • oder nach vorheriger Abstimmung mit der Station
  • Abweichend vom Grundsatz ist ein Besuch durch max. 2. Personen (inkl. Hospizbegleiter) gleichzeitig bei der Begleitung Sterbender gestattet.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

April 2020

Interview mit Priv.-Doz. Dr. med. Dr.h.c . Stefan Rimbach, Chefarzt Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus Agatharied

Hausham, 29.04.2020 - Besonders werdende Mütter und Väter sind in diesen von der Corona-Pandemie geprägten Zeiten besorgt. Priv.-Doz. Dr. med. Dr.h.c. Stefan Rimbach, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus Agatharied klärt Unsicherheiten und Unklarheiten mit Antworten auf die häufigsten Anliegen und Fragen.

Sind Schwangere besonders gefährdet durch die Covid-19-Infektion und sind diese dadurch Teil der "Risikogruppe"?

Nein, die Schwangerschaft stellt nach bisherigen Erkenntnissen kein besonderes Risiko dar. Das Ansteckungsrisiko und der Verlauf der Infektion richten sich nach denselben Faktoren wie bei der übrigen Bevölkerung.

Kann die Infektion während der Schwangerschaft auf das ungeborene Kind übergehen?

Bislang gibt es dazu keine gesicherten Erkenntnisse. Erste vorliegende Beobachtungen sprechen aber eher gegen eine intrauterine Übertragung – die Übertragung innerhalb der Gebärmutter. Einzelne Verdachtsfälle werden derzeit noch weiter untersucht, wobei diese aber auf weitgehend unsicheren Testverfahren beruhen.

Leider lässt sich aufgrund fehlender Daten noch nicht klar beantworten, wie sich eine Infektion mit Covid-19 in der Frühschwangerschaft auswirkt.

Wie verläuft nach bisherigen Erkenntnissen eine Covid-19-Erkrankung in der Schwangerschaft?

Meist verläuft die Infektion (wie bei Nicht-Schwangeren) mit leichten Beschwerden. Mögliche  Symptome können sein: Fieber, Husten, Müdigkeit, Atembeschwerden, Durchfall, Hals- und Gliederschmerzen, Geruchs- und Geschmacksstörungen. Dramatische Verläufe scheinen bislang sehr selten.

Wie wirkt sich eine Infektion auf die Schwangerschaft aus?

Nach bisherigen Erkenntnissen scheint die Infektion den Schwangerschaftsverlauf nicht zu beeinträchtigen. Möglicherweise treten etwas häufiger vorzeitige Wehen auf.

Wie häufig kommt es zu einer Infektion des Neugeborenen?

Bislang vorliegende Beobachtungen sprechen für eine sehr geringe Infektionswahrscheinlichkeit von unter 1% mit meist milden oder sogar symptomlosen, im Einzelfall aber auch dramatischen, Verläufen.

Muss die Geburt per Kaiserschnitt erfolgen, oder darf vaginal entbunden werden?

Es spricht aktuell nichts gegen eine normale vaginale Geburt. Eine Infektion des Neugeborenen im Geburtskanal wurde bislang nicht nachweislich beobachtet, sodass auch infizierte werdende Mütter vaginal entbinden können.

Die Entscheidung für eine Kaiserschnittgeburt ergibt sich daher, wenn überhaupt, aus anderen geburtshilflichen Gründen. Nur wenn eine erhebliche Beeinträchtigung der Schwangeren durch die Infektion, z.B. durch Atemnot, besteht, kann die Indikation zum Kaiserschnitt nach Risikoabwägung gegeben sein.

Darf trotz einer möglichen oder bestätigten Covid-19-Infektion gestillt werden?

Stillen ist sogar erwünscht und bislang spricht nichts dagegen.

Worauf beruhen all diese Feststellungen?

In der wissenschaftlichen Literatur werden jetzt erste Studien zur Schwangerschaft veröffentlicht. Diese geben die Erfahrungen aus China, aber auch erste Erfahrungen aus Europa wieder. Die Zahl der wissenschaftlich berichteten Fälle liegt allerdings noch unter 100, was einer sehr dünnen Datenlage entspricht.

Was wird im Krankenhaus Agatharied getan, um weiterhin eine sichere Geburtshilfe gewährleisten zu können?

Auch in Zeiten von Covid19 steht für uns eine sichere und zugewandte Geburtshilfe an erster Stelle. Um die Infektionsrisiken durch die Reduktion der Zahl vermeidbarer Kontakte zu senken, haben wir gemeinsam mit den niedergelassenen Frauenärzten ein abgestuftes System für die Vorstellung vor Geburt entwickelt.

Bereits auf dem Überweisungsschein verzeichnet die Frauenärztin oder der Frauenarzt, ob bei der Schwangeren ein geburtshilfliches Risiko vorliegt. Die Klinik erhält die Überweisung per Fax, um auch hier die Anzahl der Kontakte zu verringern. Schwangere mit bestehendem Risiko (alle Arten von Risiko, unabhängig von der Frage einer Covid-19-Infektion) werden wie bisher in unserer Geburtsvorstellungssprechstunde von Arzt und Hebamme gesehen. Ist kein Risiko bekannt, bieten wir eine Telefonsprechstunde an. Die Schwangere wird dann vom Arzt und auf Wunsch auch von der Hebamme telefonisch kontaktiert und alle Fragen werden vorbereitend auf die Geburt besprochen.

Was die Geburt selbst anbelangt, gibt es für  Schwangere ohne Verdacht auf eine Covid-19-Infektion keine Änderungen zum gewohnten Vorgehen vor der Corona-Krise. Natürlich dürfen werdende Väter ihre Partnerin während der gesamten Geburt unterstützen, sofern sie selbst und die werdende Mutter keinen Anhalt für eine Infektion bieten. Die gesamte Betreuung einschließlich Stillförderung und Unterstützung im Wochenbett findet wie gewohnt statt. Lediglich Familienzimmer können derzeit nicht angeboten werden. Die Besuchszeit auf der Wöchnerinnenstation ist derzeit auch für Väter noch auf eine Stunde am Tag beschränkt.

Infizierte Schwangere oder solche, bei denen der Verdacht auf eine Infektion besteht, werden bereits ab dem Krankenhauszugang durch eine spezielle Schleuse in den Kreißsaal gebracht. Für infizierte werden dort isolierte Entbindungszimmer vorgehalten. Das geburtshilfliche Personal im Kreißsaal und auf der Station wurde speziell für den Umgang mit der Corona-Infektion geschult. Da Ärzte und Hebammen im Kreißsaal, durch die Aerosole die während der Geburt entstehen, besonders gefährdet sind, wurden spezielle Standards zu deren Schutz entwickelt und schriftlich festgehalten. Infizierte Schwangere oder solche bei denen der Verdacht besteht, werden angehalten einen Mundschutz zu tragen. Hebammen und Ärzte tragen in diesen Fällen volle Schutzausrüstung. Leider können in diesem Fall infizierte Väter oder Partner infizierter Schwangerer nicht zugelassen werden.

Abgetrennt von den Bereichen, in denen nicht Infizierte Patienten versorgt werden, sind auf der Wöchnerinnen-Station Zimmer für Verdachtsfälle und bestätigte infizierte Fälle vorbereitet. Alle Zimmer sind wie üblich mit Wickelmöglichkeit etc. ausgestattet. Die Neugeborenen werden regelmäßig untersucht, um keine Anzeichen einer möglichen Infektion zu übersehen. Auch die Kinderärzte sind vor Ort. Stillen ist entsprechend den Empfehlungen der WHO und der deutschen Fachgesellschaften ausdrücklich erwünscht – auch bei infizierten Müttern. Diese sollen dann eine Gesichtsmaske tragen und speziell auf eine sorgfältige Händehygiene achten.

Bislang haben sich die getroffenen Maßnahmen als sehr erfolgreich erwiesen. Wir freuen uns, dass sich werdende Eltern auch in dieser herausfordernden Zeit in unserem Krankenhaus sicher aufgehoben fühlen. Dies zeigt sich unter anderem auch darin, dass unsere ohnehin hohen Geburtenzahlen, verglichen mit 2019,  in den vergangenen vier Monaten sogar nochmals deutlich angestiegen sind.

Hausham, 22.04.2020 - Ab Montag, 27. April, gilt die bayernweite Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen. Zum Schutz von Mitarbeitern, Patienten und Besuchern werden diese im Krankenhaus Agatharied bereits ab heute zum Tragen einer Schutzmaske auf dem gesamten Krankenhausgelände verpflichtet.

„Ein einfacher Mund-Nasenschutz ist zwar leider nicht ausreichend, um sich selbst vor einer Infektion zu schützen. Die Schutzmasken helfen uns aber, unser Gegenüber zu schützen und dadurch die Verbreitung des Virus einzudämmen.“ so Frank Langbein, leitender Fachkrankenpfleger für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention am Krankenhaus Agatharied. Das Kreiskrankenhaus führt damit bereits am Mittwoch eine Maskenpflicht für alle Mitarbeiter, Patienten und Besucher auf dem gesamten Campus ein. Dazu zählen neben dem Krankenhausgebäude und dem Freigelände auch die kbo Lech-Mangfall Klinik sowie die Berufsfachschulen für Krankenpflege und Krankenpflegehilfe.

Personal mit Publikumsverkehr wird durch das Krankenhaus mit chirurgischem Einweg-Mund-Nasenschutz ausgestattet, der regelmäßig entsorgt wird. In den Risikobereichen der Klinik werden die Mitarbeiter wie bisher mit FFP Masken vor einer Ansteckung geschützt. „Das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes ist lediglich eine zusätzliche Schutzmaßnahme“, appelliert Frank Langbein an die Disziplin. „Diese Maßnahme kann nur helfen, wenn weiterhin die Grundregeln der Hygiene beachtet werden: Abstand, Händehygiene und Hust- und Niesetikette. Darauf kommt es an.“

Die Ressourcen an Schutzmasken sind nach wie vor begrenzt. Patienten und Besucher werden daher gebeten, nach Möglichkeit ihre – gerne selbst gebastelten - eigenen Schutzmasken mitzubringen und beim Betreten des Krankenhauses bereits zu tragen. „Auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ohne Publikumsverkehr dürfen ihre eigenen Stoffmasken verwenden. Wir haben eine Verfahrensanweisung zum Umgang und zur Reinigung der Stoffmasken entwickelt und über die Schwächen des Mund-Nasenschutzes aufgeklärt. Es ist uns wichtig, dass sich niemand durch die Verwendung der Masken in falscher Sicherheit wiegt, zur Eindämmung des Virus möchten wir aber keine Maßnahme ungenutzt lassen.“ erklärt Langbein die Entscheidung für den Einsatz der Masken.

kbo-Lech-Mangfall-Klinik Agatharied spendet Schutz-Visiere Ergotherapie spendet 1000 Schutzschilde aus Bastelprojekt

Hausham, 20.04.2020

In einem gemeinsamen Projekt mit Patienten hat die Ergotherapie der kbo Lech-Mangfall-Klinik Agatharied in insgesamt sieben Arbeitstagen 1000 Schutz-Visiere gefertigt. In kleinen Gruppen und unter strengen Hygienebedingungen wurden die Patienten mit eingebunden.

Die Bastelmaterialien wurden zentral durch das Krankenhaus Agatharied organisiert. Bei der Folie handelt es sich um Laminierfolie - der Schaumstoff wurde von der Firma Kreativ-Raum Design aus Hausham zum Selbstkostenpreis beigesteuert.

Die ersten Versuche erfolgten mit herkömmlichen Laminiergeräten, jedoch war der Zeitfaktor immens. Erst mit einem Schnell-Laminiergerät konnten die Folien für die Schutzschilde in sehr kurzer Zeit (1000 Stück in ca. 5,5 - 6 Std.) hergestellt werden. Das Zusammenfügen der Bestandteile gestaltete sich einfacher als gedacht: Eine Schaumstoffleiste wurde mit Heißkleber am Schutzschild angebracht. Mit dem fest getackerten Gummiband hält das Schutzschild am Kopf. Jede Folie wurde mühevoll von Hand an den unteren Ecken gerundet.

Johannes Seifert erklärt den Hintergrund zur Verwendung von Büromaterial als Schutzausrüstung: „Der Vorteil der selbstgebastelten Schutz-Visiere ist, dass die eingesetzten Bestandteile auch in Zeiten, in denen medizinische Schutzausrüstung sehr schwer erhältlich ist und enorm hochpreisig gehandelt wird, jederzeit günstig erhältlich sind. Wir sind uns aber natürlich auch der Schwächen bewusst. Für den Einsatz im OP, wo der Operateur optimale Sicht braucht, kommen weiterhin reguläre Schutzbrillen zum Einsatz. Als Zusatz zur Schutzausrüstung der Mitarbeiter auf den Normalstationen sind die Visiere eine wertvolle Ergänzung.“

Gemeinsame Pressemitteilung des Schlaganfallnetzwerkes im Rettungsdienstbereich Rosenheim, vertreten durch:

  • Dr. med. Michael Städtler, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst, Rettungsdienstbereich Rosenheim
  • Prof. Dr. med. Klaus Jahn, Chefarzt Akutneurologie, Schön Klinik Bad Aibling Harthausen
  • Dr. med. Hanns Lohner, Chefarzt Neurologische Klinik, RoMed Klinikum Rosenheim
  • Prof. Dr. med. Stefan Lorenzl, Chefarzt Neurologische Abteilung, Krankenhaus Agatharied
  • Dr. med. Tobias Winkler, Chefarzt Klinik für Neurologie, kbo-Inn-Salzach-Klinikum Wasserburg am Inn

Mediziner mahnen: Schlaganfall-Symptome trotz Corona-Pandemie ernst nehmen

Hausham/ Bad Aibling/ Rosenheim/ Wasserburg: 20.04.2020

Etwa 270.000 Menschen erleiden pro Jahr in Deutschland einen Schlaganfall. Die Erkrankung ist lebensbedrohlich und durch die Minderdurchblutung des Gehirns eine der Hauptursachen für bleibende Behinderungen. Eine schnelle Versorgung der Betroffenen auf einer Stroke Unit, einer auf die Behandlung von Schlaganfällen spezialisierten Abteilung, ist für die Betroffenen essentiell. In ganz Deutschland gilt daher seit vielen Jahren das Motto: „time is brain“ und meint damit: Je schneller Patienten in der nächstgelegenen Schlaganfalleinheit sind, umso günstiger ist die Prognose.

Mit großer Sorge beobachten die Schlaganfallexperten der vier Kliniken und die Rettungsdienste, dass viele Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen den Kliniken aus Angst vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 fern bleiben und betonen: „Es ist wichtig, dass Patienten mit Verdacht auf einen Herzinfarkt oder Schlaganfall unbedingt den Rettungsdienst unter 112 alarmieren, damit sie sofort behandelt werden können. Bei Herzinfarkten und Schlaganfällen zählt jede Minute.  Eine zügige medizinische Versorgung kann schwere Folgen und bleibende Einschränkungen vermeiden.“

Typische Symptome eines Schlaganfalles sind plötzlich auftretende Lähmungen, Gesichtsasymmetrie (hängender Mundwinkel), Gefühlsstörungen, Sehstörungen oder Probleme beim Sprechen. Auch plötzlich einsetzender Schwindel kann Ausdruck eines Schlaganfalles sein. „Wenn Patienten mit einem leichten Schlaganfall oder „Mini-Schlaganfall“ (transitorische ischämische Attacke/TIA) nicht schnell medizinisch versorgt werden, ist das Risiko sehr hoch, zeitnah einen erneuten, schweren Schlaganfall zu erleiden. Außerdem beobachten wir immer häufiger, dass Patienten deutlich zu spät in die Klinik eingeliefert werden, so dass oft eine ursächliche Behandlung (systemische Lysetherapie oder Thrombektomie) nicht mehr möglich ist“, sind sich die Experten des Schlaganfallnetzwerkes Rosenheim einig.

„Im Rettungsdienstbereich Rosenheim ist das „time-is-brain“-Konzept bereits seit vielen Jahren umgesetzt. Alle Abläufe werden regelmäßig im Kreise der Schlaganfall-Kliniken, des Rettungsdienstes und der integrierten Leitstelle Rosenheim diskutiert und optimiert. Jeder Schlaganfallpatient kann sich also darauf verlassen, im Ernstfall stets in die am schnellsten erreichbare geeignete Klinik transportiert zu werden“, bestätigt Dr. Michael Städtler, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst, Rettungsdienstbereich Rosenheim und aktuell auch Leiter Führungsgruppe Katastrophenschutz.

Das Schlaganfallnetzwerk Rosenheim betont, dass die Akutversorgung in den Landkreisen gesichert ist und empfiehlt daher allen Patienten beim Auftreten von Symptomen umgehend den Rettungsdienst unter 112 zu verständigen oder ein Krankenhaus aufzusuchen. Es ist ganz entscheidend, dass sich Patienten trauen mit ihren Krankheiten vorbei zu kommen und keine Angst vor einer Infektion mit dem Corona-Virus haben.

Hausham, 15.04.2020 - Interview mit Priv.-Doz. Dr. Joachim Groh, Chefarzt für Anästhesie und Intensivmedizin am Krankenhaus Agatharied.

Was unterscheidet eine Intensivstation von der Normalstation?
Auf einer Normalstation werden Patienten untersucht und behandelt, deren Erkrankung keine unmittelbare Bedrohung der lebenswichtigen Organfunktionen darstellt. Sind jedoch Herz-Kreislauf-, Lungen, Leber-, Nierenfunktion oder das Bewusstsein akut bedrohlich eingeschränkt, dann kann das Leben meist nur durch moderne Intensivmedizin gerettet werden. Auf der Inten-sivstation werden alle wichtigen Funktionen kontinuierlich überwacht, sodass das Behandlungsteam ungünstige Veränderungen sofort bemerken und entgegensteuern kann. Hier stehen moderne High-Tech-Geräte zur Unterstützung bzw. zum vorübergehenden Ersatz gestörter Organ-funktionen zur Verfügung – wie z.B. für die Beatmung und den Nierenersatz.

Wie und wann werden Entscheidungen über Behandlungsmaßnahmen für schwerkranke Patienten grundsätzlich getroffen?
Ganz unabhängig von der aktuellen Corona-Pandemie stehen wir bei schwerkranken Patienten häufig vor der Entscheidung, ob technisch mögliche intensivmedizinische Maßnahmen angewendet werden sollen oder nicht.

Hält der behandelnde Arzt eine bestimmte Behandlung für sinnvoll und erfolgversprechend, dann ist er vor ihrer Anwendung verpflichtet, den Patienten über Nutzen und Risiken aufzuklären. Dies gilt für Operationen genauso wie für invasive Therapiemaßnahmen in der Intensivmedizin. Auf Basis dieser Informationen liegt die Entscheidung beim Patienten, ob er in die empfohlene Behandlung einwilligen möchte.

Liegt allerdings eine lebensbedrohliche Notfallsituation vor, dann müssen medizinisch angezeigte Behandlungsmaßnahmen sofort zur Anwendung kommen, um das Leben zu erhalten. Anschließend müssen wir dann in Ruhe den Patientenwillen ermitteln. Stellt sich dabei heraus, dass der Patient die durchgeführte Behandlung nicht gewollt hätte – z.B. eine Beatmung – so kann diese auch wieder beendet werden.

Ist das dann aktive Sterbehilfe?
Nein, der Abbruch einer Behandlung ist medizinisch wie juristisch genauso einzustufen wie der primäre Verzicht auf den Beginn. Stellt man nach dem notfallmäßigen Beginn einer Therapie zweifelsfrei fest, dass der Patient diese nicht gewollt hätte, dann ist der Abbruch nicht nur erlaubt, sondern sogar geboten. Ohne Einwilligung darf auch eine begonnene Behandlung nicht fortgeführt werden.

Was geschieht, wenn der Patient aufgrund schwerer Krankheit selbst nicht entscheiden kann? Hilft eine Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht?
Ja, wenn der Patient selbst nicht entscheiden kann, dann kommen Patientenverfügung sowie Vorsorgevollmacht zum Tragen. Mit einer wohlüberlegten und detaillierten Patientenverfügung geben Sie Ihren Angehörigen oder Vorsorge-Bevollmächtigten eine wertvolle Hilfestellung an die Hand, im Fall des Falles in Ihrem Sinne reagieren zu können. Erfahrungsgemäß ist die inten-sivmedizinische Situation allerdings oft so komplex, dass die meisten Patientenverfügungen keine eindeutige Klärung des Patientenwillens herbeiführen können.

Hat man einen engen Vertrauten, der die eigenen Wertvorstellungen und Lebensprinzipien wie auch die eigene Lebenskraft gut kennt, dann lautet meine dringende persönliche Empfehlung daher: Betrauen Sie diesen mit einer Vorsorgevollmacht! Der Bevollmächtigte ist dann der primäre Ansprechpartner für die Ärzte, wenn der mutmaßliche Patientenwille ermittelt und die Einwilligung in invasive Therapiemaßnahmen eingeholt werden muss. Mit ihm können die Ärzte die konkrete, individuelle Situation besprechen und das medizinische Vorgehen festlegen.

Nur in ganz seltenen Fällen – wenn es um Leben und Tod geht und der Bevollmächtigte dringende Behandlungsempfehlungen der Ärzte ablehnt – muss dann noch das Betreuungsgericht ange-rufen werden, um eine Entscheidung herbeizuführen.

Muss ein bestimmtes Format erfüllt sein? Braucht man dafür einen Notar?
Prinzipiell reicht eine handschriftliche Festlegung mit Datum und Unterschrift. Formulare enthalten jedoch meist juristisch geprüfte Formulierungen und können helfen, Klarheit zu schaffen und keine wichtige Frage zu vergessen. Eine notarielle Beglaubigung ist nicht notwendig. Dringend anzuraten ist dagegen vor der Erstellung einer Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht die gründliche Beratung durch eine geschulte Person, die mit dieser Thematik gut ver-traut ist. Dies kann der Hausarzt sein, aber auch z. B. Hospizvereine bieten eine kompetente Beratung an.

Wenn tatsächlich nicht genug Intensivbetten oder Beatmungsgeräte zur Verfügung stehen sollten, wer entscheidet dann über die Zuteilung?
Mit diesem Problem waren wir in Agatharied glücklicherweise bisher nie konfrontiert. Aktuell haben wir selbst noch mehrere freie Intensivbetten, über die regionale Koordinationsstelle könnten wir außerdem noch Patienten in andere Krankenhäuser verlegen, wenn es enger werden sollte.

Für diese schwierigen Situationen haben die wichtigsten deutschen Fachgesellschaften, die sich mit Intensivmedizin befassen, kürzlich eine gemeinsame Empfehlung veröffentlicht, ebenso der Deutsche Ethikrat. In der Notsituation gilt es, möglichst viele Menschenleben zu retten. Dabei müssen alle Patienten gleichberechtigt ins Blickfeld genommen werden – unabhängig davon, ob sie mit COVID-19 infiziert sind oder an einer anderen schweren Krankheit leiden. Dann folgt die Frage: Besteht eine realistische Chance, die akute Erkrankung mit Hilfe einer Intensivtherapie zu überleben? Wie hoch ist diese einzuschätzen? Grundlage für die Beantwortung sind die medizi-nischen Fakten: Die Schwere der akuten Erkrankung sowie vor allem bestehende chronische Vorerkrankungen und eine eventuelle allgemeine Gebrechlichkeit. Das Alter allein ist kein wesentlicher Einflussfaktor.

Diese medizinischen Kriterien werden für jeden einzelnen Patienten sorgfältig erfasst und do-kumentiert, auf dieser Basis entscheidet das Behandlungsteam - wenn irgend möglich gemein-sam nach dem 6-Augen-Prinzip - ob eine Intensivtherapie durchgeführt wird oder ob im Weite-ren die sorgfältige Behandlung belastender Beschwerden wie z.B. Atemnot im Vordergrund steht.

Wenn aber für mehrere Patienten mit ähnlichen Überlebenschancen nur ein einziges Intensivbett verfügbar ist, was geschieht dann in Agatharied, käme dann z.B. das Ethikkomitee zum Einsatz?
In einem solchen Fall würden wir zunächst die medizinischen Daten aller konkurrierenden Pati-enten sorgfältig prüfen – nicht nur der neu aufgenommenen, sondern auch der bereits intensiv-medizinisch behandelten – und dann möglichst einvernehmlich die schwere Entscheidung treffen, welcher Patient Priorität erhält. Gelingt dies nicht und steht ausreichend Zeit zur Verfügung, so kann im Einzelfall eine ethische Fallbesprechung unter Beratung und Moderation eines in medizinethischen Fragen Erfahrenen – z.B. eines Ethikkomitee-Mitglieds – hilfreich sein. Haupt-aufgabe des klinischen Ethikkomitees ist es, die verlässliche Berücksichtigung ethischer Prinzi-pien im Krankenhaus zu fördern, durch Erstellung von Leitlinien, Sensibilisierung und Schulung der Mitarbeiter.

Die letzte Entscheidung trifft stets der jeweils verantwortliche Arzt Dabei wird jedoch kein Assistenzarzt mit dieser Entscheidung alleine gelassen, nur weil er gerade im Dienst ist. Stattdessen greifen die Hierarchieebenen und somit der ganze Erfahrungsschatz des ärztlichen Dienstes. Die Letztverantwortung obliegt in einem solchen Fall immer dem Chefarzt der Abteilung bzw. dem von ihm beauftragten Oberarzt. Zusätzlich zu Schulungen und Leitlinien als Vorbereitung für schwierige Situationen, wird den Entscheidungsträgern auch psychologische Unterstützung angeboten.

Was bedeutet das in Zeiten von Corona für Risikopatienten?
Patienten mit bedeutsamen Begleiterkrankungen haben eindeutig ein höheres Risiko, durch eine Corona-Infektion schwer zu erkranken. Sie sollten deshalb die empfohlenen Hygienemaßnahmen ganz besonders ernst nehmen, um eine Infektion so sicher wie irgend möglich zu vermeiden. Tritt sie dann dennoch ein, so hat man in Deutschland aber auch als Risikopatient wirklich gute Chancen, diese ohne bleibende Gesundheitsschädigung zu überstehen. Auch vorerkrankte und betagte Menschen entwickeln oft keine oder nur geringe Symptome, und die Sterblichkeit bei schwerer COVID-19-Erkrankung ist in Deutschland unter allen Ländern mit hohen Infektionsraten mit am geringsten. Kürzlich haben wir in Agatharied einer 97-jährigen Patientin bei akuter Gelenkschädigung eine Hüftendoprothese implantiert. Bald nach der Entlassung musste sie leider wegen einer Coronainfektion erneut stationär aufgenommen werden. Inzwischen ist sie auf dem Weg der Besserung und konnte unser Krankenhaus schon wieder verlassen.

Hausham, 02.04.2020 - Seit zwei Wochen sind die ersten zwölf zusätzlichen Beatmungsplätze in Betrieb. Nun plant das Krankenhaus Agatharied eine erneute Erweiterung der Intensivmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten. Das Ziel sind insgesamt 40 Betten verteilt auf drei Intensiveinheiten. 

In einer Welt vor Corona verfügt das Krankenhaus Agatharied über die Möglichkeit, 13 Patienten auf der Intensivstation gleichzeitig zu beatmen. Für ein 350-Betten-Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung völlig ausreichend. Doch mit der steigenden Anzahl an COVID-19-Patienten im Landkreis musste das Krankenhaus völlig umstrukturiert werden. Anfang  März wurde deshalb ein Abklärungsbereich eingerichtet, in dem Patienten mit Verdacht auf Covid-19 zunächst einzeln isoliert werden können, bis ihr Infektionsstatus endgültig geklärt ist. Danach geht es für Patienten, die mit dem SARS-CoV2-Virus infiziert sind, in den roten Bereich, für alle anderen in den grünen Bereich. Und um auf die erwartete Zahl schwerer Krankheitsverläufe reagieren zu können, mussten auch die Beatmungsmöglichkeiten aufgestockt werden. So können seitdem im Krankenhaus Agatharied 25 Patienten gleichzeitig intensivmedizinisch behandelt und beatmet werden. Diese nahezu Verdoppelung der Beatmungskapazitäten ist für das aktuelle Patientenaufkommen im Landkreis aktuell noch ausreichend. Doch trotz der leicht abgeflachten Kurve der Neuinfektionen im Landkreis muss mit einer weiterhin steigenden Anzahl an Patienten und damit auch an schweren Krankheitsverläufen gerechnet werden. Das Krankenhaus Agatharied bereitet deshalb eine weitere  Aufstockung der Beatmungskapazitäten auf insgesamt 40 Betten vor.

Die erste Erweiterung konnte realisiert werden, nachdem geplante Behandlungen abgesagt wurden und so Operationssäle vorübergehend stillgelegt werden konnten. Ein so frei gewordener Aufwachraum wurde kurzerhand zur Intensivstation umgerüstet. Für die nun anstehende nochmalige Aufstockung der Beatmungskapazitäten soll die Intermediate Care (IMC) Einheit aufgerüstet werden. Dieser Bereich bildet das Bindeglied zwischen der Intensivstation und der Normalstation. Für die Umrüstung zur Intensivstation herrschen hier technisch ideale Voraussetzungen. Alle benötigten Anschlüsse und medizinischen Gase sind in diesen Patientenzimmern bereits vorinstalliert. Ob jedoch das Leitungsnetz im Haus für einen so großen Verbrauch an medizinischen Gasen gewappnet ist und für jedes Beatmungsgerät den benötigten Druck zur Verfügung stellen kann, wird im Moment geprüft.

 „40 Intensivbetten – das ist für ein Krankenhaus unserer Größe ein ehrgeiziges Ziel. Dennoch ist das die Zahl, von der wir befürchten, dass wir sie für die Versorgung unserer Bürger brauchen. Gemeinsam mit Ärzten, Pflege, Medizin Technik und Einkauf setzen wir  alle Hebel in Bewegung, um unsere IMC auf den Intensivbetrieb aufzurüsten.“, beschreibt Michael Guggemoos, Leiter Einsatz im Krisenstab und Kaufmännischer Direktor, die Situation am Krankenhaus Agatharied. Voraussetzung für die Realisierung ist eine rechtzeitige Lieferung der benötigten Geräte und Medizinprodukte. Eine umfangreiche Materialbestellung wurde bereits vergangene Woche über das Landratsamt an die Regierung gemeldet.

Neben der Anschaffung von Material und Geräten nennt das Krankenhaus aber vor allem die personelle Besetzung als kritische Herausforderung. Die Planung des pflegerischen und ärztlichen Personals erfolgt normalerweise analog der Aufteilung nach Stationen, Fach- und Funktionsbereichen. Diese steht jetzt Kopf. So wie das gesamte Krankenhaus in einen roten und einen grünen Bereich aufgeteilt ist, gilt dies auch für die Mitarbeiter, die am Patienten arbeiten. Beiden Bereichen sind nun interdisziplinäre und berufsgruppenübergreifende Personalpools zugeordnet. „Unsere wichtigste Aufgabe ist es nun, die ärztlichen und pflegenden Kollegen fachlich auf diese neuen Herausforderungen vorzubereiten“, sind sich Pflegedirektor Sven Steppat und Dr. Peter Wellner, Mitglied des ärztlichen Direktoriums, einig. „Denn nun müssen Mitarbeiter in Rekordzeit zum Teil lange nicht angewendetes Wissen wieder auffrischen.“ Gerade, den Betrieb der zusätzlichen Beatmungsplätze sicher zu stellen, sehen die beiden Verantwortlichen als Mammutaufgabe. Deshalb wurden Teams so zusammengesetzt, dass erfahrene Mitarbeiter ihre Kollegen ´hands-on´ im laufenden Betrieb einarbeiten. Daneben laufen theoretische Schulungseinheiten, z.B. zu Beatmungstechniken und Einweisungen in die medizinischen Geräte.

„Was unsere Mitarbeiter in den letzten Wochen geleistet haben, ist unvorstellbar“, so Geschäftsführer Michael Kelbel. Er verweist darauf, dass sich das gesamte Krankenhaus in kürzester Zeit neu erfinden musste. Die gerade erfolgreich abgeschlossene Zertifizierung als „klinisches Endometriosezentrum“ oder die Zertifizierung zum „Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung“ – all das scheint in einer Zeit, in der alle nur noch von Corona reden, nicht mehr wichtig zu sein. „Unsere Mitarbeiter sind mit Eifer bei der Sache, auch wenn es für den Einzelnen mitunter recht belastend sein kann.“ Man merkt dem Geschäftsführer an, dass er stolz auf seine Mitarbeiter ist.

März 2020

Spahn spannt löchrigen Schutzschirm über die Krankenhäuser auf

Hausham, 26.03.2020 – Die Vorstellungen, wie ein Schutzschirm aussehen kann, gehen ganz offensichtlich auseinander. Da ist es gut, dass das Versprechen, das der Bundesgesundheitsminister den Krankenhäusern gegeben hat, eindeutig ist und nicht interpretiert werden muss.

„... Seien Sie sich dabei einer Sache gewiss: Die Bundesregierung wird durch gesetzliche Maßnahmen zügig sicherstellen, dass die dadurch entstehenden wirtschaftlichen Folgen für die Krankenhäuser ausgeglichen werden und kein Krankenhaus dadurch ins Defizit kommt. ... Die dazu notwendigen gesetzlichen Änderungen werden wir sehr zeitnah vorlegen. Darauf können Sie sich verlassen.“

Das schrieb Jens Spahn am 13. März den Geschäftsführern der deutschen Krankenhäuser und forderte sie auf, alles zu unternehmen, um für den kommenden Ansturm an Covid19-Patienten gewappnet zu sein. Geplante Behandlungen sollten abgesagt werden, Intensivkapazitäten aufgebaut und Personal frühzeitig geplant und eingestellt. Die Krankenhäuser sind mit Hochdruck dabei, ihren Part zu erledigen. Jens Spahn hat den seinen mit Vorlage des Covid19-Krankenhausentlastungsgesetz ebenfalls geleistet – und damit seine Maske fallen lassen.

Denn das Einzige, worauf sich die Krankenhäuser jetzt verlassen können, ist der Fortbestand einer ausufernden Bürokratie und die Sicherheit, auf einem nicht unwesentlichen Teil der Mehrkosten in Zeiten von Corona sitzen zu bleiben. Denn das Gesetz ersetzt nicht das Fallpauschalensystem mit seinen hohen administrativen Anforderungen – nein, es setzt noch zusätzliche Hürden oben drauf.

560 Euro für jeden Tag und für jedes Bett, das weniger belegt ist als im Vorjahr. Eine gute Idee, doch niemand geht doch bei den Bildern aus Italien ernsthaft davon aus, dass diese Betten lange leer bleiben. Viel wichtiger wäre es doch, einen Rettungsschirm über die belegten Betten aufzuspannen. Denn eines zeigt sich schon deutlich: im DRG-System sind die enormen Zusatzaufwendungen für die Versorgung von Patienten während einer Pandemie nicht abgebildet. Weder finden sich in den Kalkulationen die Kosten für die zusätzlichen Triage-Bereiche, die nun vor allen Krankenhäusern entstanden sind, noch ist der Aufwand für massenweise Einzelisolierungen enthalten. Dass sich die Krankenhäuser in Zeiten von Corona völlig neu aufgestellt haben, neue Isolierbereiche aufgebaut, die Wegeführung geändert und mit Hochdruck zusätzliche Beatmungsplätze geschaffen haben – all das kennt unser etabliertes Abrechnungssystem nicht. Und es weiß auch nicht, dass hierfür landauf, landab Stabsorganisationen gebildet wurden, in denen Ärzte, Pflegekräfte, Personaler, Einkäufer und viele andere Berufsgruppen die Krankenhäuser gerade neu erfinden. Auch für diese unzähligen Stunden gibt es keinerlei Refinanzierung.

50 Euro für jeden Patienten, der zwischen dem 1. April und dem 30. Juni aufgenommen wird, um die erhöhten Kosten für die Schutzausrüstung der Mitarbeiter zu bezahlen? Wissen die, die diesen Betrag in das Gesetz geschrieben haben nicht, was auch nur eine Schutzmaske im Moment kostet? Ist denen entgangen, dass es zum Schutz der Mitarbeiter und der Patienten nicht nur Masken braucht, sondern, dass hierzu bei jedem, der ins Krankenhaus kommt, die Temperatur gemessen werden muss, dass Verdachtspatienten eine Lungenaufnahme im Computertomographen bekommen, nur um schnellstmöglich Bescheid zu wissen, weil die Tests nicht in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen und die Ergebnisse viel zu spät kommen?

Über Beträge könnte man ja noch diskutieren; denn diese sind ja möglicherweise auch nachverhandelbar und anzupassen. Was aber, wenn Sachverhalte in diesem Gesetz einfach ganz unter den Teppich gekehrt wurden? Die Krankenhäuser sollen sich laut Bundesgesundheitsminister Spahn auch personell rüsten für den Fall, dass es nun irgendwann richtig los geht oder für den Fall, dass eigene Mitarbeiter krankheits- oder überlastungsbedingt ausfallen. Das tun die Krankenhäuser. Sie requirieren aus allen verfügbaren Quellen – auch Leiharbeitnehmer. Doch hier schlägt die Falle zu. Leiharbeitnehmer, gerade in der Pflege, kosten zwar deutlich mehr als tarifangestellte Fachkräfte, doch diese Mehrkosten werden den Krankenhäusern nicht erstattet. Denn es gilt weiter das Pflegebudget und dort werden nur die tatsächlichen oder fiktiven Tarifkosten berücksichtigt. Das wurde den Krankenhäusern zwar ursprünglich anders versprochen, doch auch dieses Versprechen wurde im November letzten Jahres mit dem sog. MDK-Reformgesetz einkassiert. Langsam sollten die Krankenhäuser ja begriffen haben, was es mit Versprechen aus dem Bundesgesundheitsministerium auf sich hat.

Zu guter Letzt stellt sich die Frage, wieso der recht pragmatische Vorschlag der Deutschen Krankenhausgesellschaft nicht in die engere Erwägung einbezogen werden konnte. Dieser Vorschlag sah vor, das sehr administrativ-lastige Abrechnungssystem vorübergehend auszusetzen und durch pragmatische Pauschalzahlungen zu ersetzen, deren Höhe sich am Vorjahr bemessen. So schlecht kann dieser Vorschlag nicht gewesen sein, denn auch der AOK Bundesverband hätte diesem zugestimmt. War es das tiefe Misstrauen des Bundesgesundheitsministers gegenüber den Krankenhäusern oder gab es andere, nicht für die Öffentlichkeit bestimmte Gründe?

Fakt ist, dass sich die Krankenhäuser nun weiterhin – auch in der Krise – mit ausufernden Dokumentationspflichten herumschlagen müssen. Gerade im Bereich der Intensivmedizin sind diese Anforderungen besonders umfangreich und erfordern hohes Know-How. Mit diesen Anforderungen sind nun auch die Mitarbeiter in den Krankenhäusern konfrontiert, die in Crashkursen wieder mit der Beatmung vertraut gemacht wurden und für die die hier verwendeten Begriffe zunächst böhmische Dörfer sind: TISS, SAPS, etc. Wie also sollen die Krankenhäuser, die mit enormem Engagement zusätzliche Intensiv- und Beatmungskapazitäten aufgebaut haben, eine korrekte Dokumentation sicherstellen? Wenn in ehemaligen Aufwachräumen jetzt unter Hochdruck Leben gerettet werden?

Ganz besonders freuen werden sich jetzt übrigens die Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, die nun vorübergehend Krankenhaus spielen dürfen. Denn für diese gilt nun auch ein Abrechnungssystem, von dem diese Einrichtungen bisher nur entfernt gehört haben. Selbstverständlich verfügen sie auch nicht über die notwendigen Dokumentations- und Abrechnungsverfahren, geschweige denn über die für die Abrechnung nötigen Budgetvereinbarungen mit den Krankenkassen.

Aber eigentlich ist es nur konsequent, weiter dem Gott des Papiers und der Daten zu frönen. Denn auch die Prüfer des Medizinischen Dienstes haben sich offensichtlich schon auf die neuen Zeiten eingestellt und überziehen die Krankenhäuser nun mit einer irrwitzigen Anzahl von zum Teil hanebüchenen Anfragen. Und trotz der Berichte in den Nachrichten, was diese neue Situation für die Krankenhäuser und deren Mitarbeiter bedeutet, sind sich manche Prüfer nicht zu schade, die stationäre Behandlungsbedürftigkeit von Covid19-Verdachtsfällen in Frage zu stellen.

Mit gesundem Menschenverstand wäre die Lösung einfach und eindeutig: Weg mit diesen bürokratischen Hürden in einer Zeit, in der es um nichts anderes geht, als Leben zu retten. Und her mit dem Geld, das die Krankenhäuser jetzt brauchen – ohne wenn und aber. Doch mit dem gesunden Menschenverstand ist es halt so eine Sache – genauso wie mit denen, denen man irgendwann gar nichts mehr glaubt, weil sie ihre Versprechen schon zu oft gebrochen haben.

Spenden für das Krankenhaus

Hausham, 26.03.2020

Das Krankenhaus Agatharied erfährt in diesen Tagen eine großzügige Spendenbereitschaft aus der lokalen Wirtschaft und aus der Bevölkerung. Gespendet wurden bereits Güter aller Art, von selbstgenähten Schutzmasken über Care Pakete für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf der Isolierstation bis hin zu finanziellen Spenden. „Das Engagement zur Unterstützung ist überwältigend“, erzählt Johannes Seifert, Leiter der Abteilung Warenwirtschaft und Medizintechnik, „uns erreichen viele Artikel, die wir zum Dank unmittelbar an das Personal weitergeben können. Um nur ein paar Beispiele zu nennen, hat uns eine Firma aus Schliersee mit hunderten einzeln abgepackten Gläsern ihrer Aufstriche beliefert. Das ist optimal – schließlich müssen wir auch bei gespendeten Produkten sorgfältig alle Sicherheits- und Hygieneaspekte bedenken. Offene Lebensmittel oder ähnliches können wir leider nicht annehmen.“

Neben den Verpackungskriterien bittet das Krankenhaus aufgrund der aktuellen Zugangsbeschränkungen um telefonische Voranmeldung der Spenden bei der Spenden-Hotline unter 08026 393 4374 oder per Email an spenden(at)khagatharied.de.

Ein Teil der Spenden konnte bereits an die Mitarbeiter übergeben werden. Bedacht werden dabei nicht nur medizinisches Personal auf der Isolierstation sondern nach und nach alle Bereiche und Abteilungen. Schließlich braucht es für ein funktionierendes Krankenhaus jede einzelne helfende Hand.

Krankenhaus ruft Freiwillige und Ehrenamtliche zur Mithilfe auf

Hausham, 23.03.2020

Das Krankenhaus Agatharied versucht sich auch personell für das steigende Aufkommen stationär zu versorgender COVID-19 Patienten zu wappnen. „Viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten schon jetzt an ihrer Belastungsgrenze. Zur Verstärkung suchen wir Ehrenamtliche und Mitarbeitende jeglicher Qualifikation. Jeder wird gebraucht – wir finden den passenden Einsatzbereich.“, richtet sich Geschäftsführer Michael Kelbel an die Bürgerinnen und Bürger.

Für die nicht absehbare Herausforderung wird derzeit ein Pool an Mitarbeitern aufgestockt, um im Bedarfsfall die Belegschaft auf Abruf verstärken zu können. Eine Mithilfe ist in jeder Form möglich – ob kleine Einsätze im Ehrenamt, als 450 € -Job oder in Festanstellung in Voll- oder Teilzeit.

Die Bewerbung funktioniert über einen sehr einfachen Anmeldevorgang telefonisch über die Telefonnummer 08026 393-4271 oder online auf: www.khagatharied.de/mithelfen.

Hausham, 23.03.2020 – das Krankenhaus Agatharied rüstet sich für den Ernstfall. Aktuell unternehmen die Mitarbeiter des Kreiskrankenhauses eine Vielzahl von Maßnahmen, um für einen weiteren Anstieg an COVID-Fällen bestmöglich gewappnet zu sein.

Krisenstab bereitet Abläufe im Krankenhaus vor

Seit der Behandlung erster einzelner COVID-Patienten Anfang März hat sich einiges getan: in der vergangenen Woche wurde das Krankenhaus sowohl organisatorisch als auch räumlich für die Versorgung infizierter Patienten vorbereitet. Ein bereits vor drei Wochen ins Leben gerufener Krisenstab arbeitet auf Hochtouren, um die räumlichen Gegebenheiten, Personal und Material Ressourcen im aktuellen Ausnahmezustand zu organisieren und vor allem die Patientenversorgung auch während der Krise sicherzustellen.

Kontrollierter Zugang für Patienten und Mitarbeiter

In einem Zelt vor dem Haupteingang koordiniert der eingesetzte Sicherheitsdienst die Ankommenden, selektiert Besucher, Patienten und Mitarbeitende und klärt die Zugangsberechtigung zum Haus. Die Väter neugeborener Kinder, engste Angehörige von Sterbenden sowie von dementen Patienten werden an der Rezeption registriert. Für alle übrigen Besucher gilt derzeit das durch den Freistaat Bayern verhängte Besuchsverbot.

In der Eingangshalle des Krankenhauses wird bei allen Personen der Gesundheitsstatus abgeklärt. Mitarbeiter und Corona-unverdächtige Patienten gelangen anschließend in den grünen Bereich. Bestätigte oder verdächtige COVID-Patienten werden im als Infektionsbereich gekennzeichneten Bereich untersucht und wenn nötig stationär aufgenommen.

Vollständige Trennung in grünen und roten Bereich

Die Trennung in einen grünen (nicht-infizierten) und einen roten (infizierten) Bereich wurde durchgängig für das gesamte Krankenhaus implementiert. Derzeit werden die Stationen 1/2/2a mit insgesamt 54 Betten für eine isolierte Versorgung infizierter Patienten vorgehalten. Durch die baulichen Gegebenheiten könnte der Isolationsbereich bei Bedarf ad hoc auf ein gesamtes Bettenhaus erweitert werden. Insgesamt wurden die Behandlungskapazitäten des Krankenhauses vorerst zurück gefahren; verschiebbare Behandlungen wurden abgesagt und es werden nur noch Patienten aufgenommen, die dringend stationär versorgt werden müssen. So will man Betten für den Ernstfall vorhalten und flexibel bleiben.

Starkes Team im Kampf gegen Corona

Auch personalseitig werden diverse Maßnahmen getroffen: Sowohl ärztliche als auch pflegerische Mitarbeiter werden in Mitarbeiterpools organisiert und für einen interdisziplinären Einsatz geschult. Verwaltungsmitarbeiter arbeiten soweit wie möglich im Homeoffice oder helfen bei der Organisation in der Patientenführung mit. Personal das im Infektionsbereich eingesetzt wird, arbeitet vorübergehend ausschließlich dort. So wird versucht auch einer potentiellen Ansteckung von und durch Mitarbeiter vorzubeugen.

Erweiterung Intensiv- und Beatmungskapazitäten

Auf die Frage in wie fern sich das Krankenhaus auf die Versorgung von intensiv- und beatmungspflichtigen Patienten vorbereitet antwortet Dr. Steffen Herdte, Chefarzt der Zentralen Notaufnahmen: „Durch die Berichte aus Italien und Krankenhäusern in München wissen wir, dass wir uns bei COVID-19 auf zu beatmende Patienten jeden Alters einstellen müssen. In Agatharied verfügen wir standardmäßig über 14 Betten mit Ausstattung zur maschinellen Beatmung. Durch die reduzierte Zahl der derzeit stattfindenden Operationen, werden auch dort Beatmungskapazitäten frei. Zusätzlich werden derzeit weitere Beatmungsgeräte angeschafft – so erreichen wir insgesamt die doppelte Anzahl, verglichen mit dem Normalzustand.“

Eine Einschätzung zu den zu erwartenden Entwicklungen der Krise gibt der Krisenstab nicht ab. Er appelliert aber an die Bevölkerung: „Bitte bleiben Sie zu Ihrem eignen Schutz, zum Schutz geschwächter Mitbürgerinnen und Mitbürger und zum Schutz derer, die für die Gesundheit aller momentan im Dienst sind, Zuhause.“

Wir bleiben für Sie hier, bleiben Sie bitte für uns zuhause

Mit der Aktion „#Wir bleiben für Sie hier #Bleiben Sie für uns zuhause“ stimmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Aufruf an die Bevölkerung ein, zum eigenen Schutz, zum Schutz geschwächter Mitbürgerinnen und Mitbürger und zum Schutz derer, die für die Gesundheit aller momentan im Dienst sind, Zuhause zu bleiben.

Aus gegebenem Anlass weisen wir nochmals auf das durch den Freistaat Bayern verhängte Besuchsverbot hin. Das bedeutet, dass Besuche im Krankenhaus nur in Ausnahmefällen gestattet sind. Solche Ausnahmen sind lediglich die Väter, die ihren Nachwuchs besuchen wollen, die engsten Angehörigen sterbender Patienten sowie notwendige Besucher dementer Patienten. Ein Patient darf grundsätzlich nur noch jeweils einen Besucher für maximal eine Stunde am Tag empfangen. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sowie alle Besucher mit Atemwegsinfekten müssen draußen bleiben.

Kinderärztlicher Bereitschaftsdienst am Krankenhaus Agatharied

Der Kinderärztliche Bereitschaftsdienst ist ab dem Wochenende nicht mehr im Krankenhaus Agatharied, sondern in der jeweiligen Kinderarztpraxis erreichbar. Welche Praxis gerade Bereitschaft hat, ist telefonisch über die Bereitschaftsnummer 08026 / 389 292 zu erfragen.  Für das kommende Wochenende haben folgende Kinderärzte Dienst:

Samstag 21. März 2020: Kinderärzte Drs. Razeghi
Schlierseestraße 1, 83714 Miesbach
Telefon: 08025 / 3388

Sonntag 22. März 2020: Kinderärzte Drs. Stratmann / Ensslen
Tölzer Straße 26, 83607 Holzkirchen
Telefon: 08024 / 2488

Hausham, 18.03.2020 - Das Krankenhaus Agatharied bereitet sich seit Wochen auf eine steigende Zahl an CoViD-19-Infizierten vor. Dies bringt auch für die Patienten und die Bevölkerung einige Änderungen mit sich.

Spätestens seit Mitte Februar ist klar, dass das neuartige Corona-Virus nicht vor Deutschland Halt machen wird. Und seitdem laufen auch im Krankenhaus Agatharied die Vorbereitungen auf den Ernstfall. Wie dieser aussehen könnte, das haben die Bilder aus China oder Italien gezeigt. Dass es bei uns nicht so weit kommen wird, dafür sollen nun weitreichende und einschneidende Maßnahmen sorgen. Denn das erklärte Ziel ist es, die Ausbreitung der durch dieses Virus hervorgerufenen Krankheit, der sogenannten CoViD-19, möglichst zu verlangsamen. So soll verhindert werden, dass das Gesundheitswesen durch eine zu hohe Zahl gleichzeitiger Patienten überlastet wird.

Das Krankenhaus Agatharied ist für den Fall der Fälle vorbereitet. Patienten, die zwar die typischen Krankheitszeichen zeigen, aber bei denen noch nicht bekannt ist, ob sie mit dem neuen Erreger infiziert sind, werden auf einer getrennten Abklärungsstation unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen behandelt. Patienten, bei denen das Virus bereits bestätigt ist, werden auf einer ebenfalls getrennten Station behandelt. Und die restlichen Stationen sind den Patienten vorbehalten, die keine Symptome der CoViD-19-Krankheit zeigen. Damit die Trennung dieser Patientengruppen stringent durchgehalten werden kann, wurde die Kapazität des Krankenhauses zurückgefahren; verschiebbare Behandlungen wurden abgesagt und es werden nur noch Patienten aufgenommen, die dringend versorgt werden müssen.

Damit Patienten und Personal im Krankenhaus geschützt werden können, wurden weitere drastische Maßnahmen ergriffen. Das vom Freistaat Bayern verhängte Besuchsverbot wird nun konsequent durchgesetzt. Besuche sind nur noch in bestimmten Ausnahmefällen, z.B. für junge Mütter und deren Neugeborene sowie für sterbende Patienten, für demente Patienten zulässig. Ein Patient darf nur noch jeweils einen Besucher für maximal eine Stunde am Tag empfangen. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sowie alle Besucher mit Atemwegsinfekten müssen draußen bleiben. Um den Mitarbeitern des Krankenhauses ausufernde Diskussionen mit uneinsichtigen Besuchern zu ersparen, erfolgt der Zugang zum Krankenhaus nun ausschließlich über Schleusen, die entsprechend ausgeschildert und mit Sicherheitspersonal besetzt sind. In diesen Schleusen erfolgt ein kurzes Screening.

Stand 06.03.2020

Sehr geehrte Patientinnen und Patienten,
sehr geehrte Angehörige,

die ganze Welt befindet sich im Corona-Fieber und die Meldungen überschlagen sich. Täglich gibt es neue Zahlen, aber auch neue Aussagen zum Umgang mit dem Virus und mit der von ihm hervorgerufenen Krankheit. Für den Einzelnen ist es schwer, den Überblick zu behalten. Deshalb wollen wir Ihnen einen kurzen Überblick über die Situation zum Corona-Virus im Allgemeinen und zur Situation in unserem Krankenhaus geben.

Was sind Coronaviren?

Coronaviren wurden erstmals Mitte der 60er Jahre identifiziert. Sie können sowohl Menschen als auch verschiedene Tiere infizieren, darunter Vögel und Säugetiere. Coronaviren verursachen in Menschen verschiedene Krankheiten, von gewöhnlichen Erkältungen bis hin zu gefährlichen oder sogar potenziell tödlich verlaufenden Krankheiten wie das Middle East Respiratory Syndrome (MERS) oder das Severe Acute Respiratory Syndrome (SARS). Das Virus wird als SARS-CoV-2 benannt. Die daraus resultierende Erkrankung nennt sich COVID-19.

Welche Symptome werden durch Coronaviren ausgelöst?

Gewöhnliche Coronaviren verursachen meistens milde Erkältungszeichen mit Husten und Schnupfen. Bestimmte Coronaviren können aber auch schwere Infektionen der unteren Atemwege verursachen und zu Lungenentzündungen führen. Das neue Coronavirus scheint bei einem Teil der Erkrankten mit einem schwereren Verlauf einher zugehen. Todesfälle traten allerdings bisher vor allem bei Patienten auf, die bereits zuvor an schweren Grunderkrankungen litten.

Wie wird am Krankenhaus Agatharied mit der Lage umgegangen?

Täglich um 12:30 Uhr trifft sich eine speziell eingesetzte Krankenhaus-Taskforce bestehend aus Geschäftsführung, Chefärzten, Hygienefacharbeiter, Personal- und Pflegeleitung, um die aktuelle Lage zu besprechen und auf Neuigkeiten reagieren zu können. Außerdem findet 2x wöchentlich ein Treffen der Expertengruppe mit den niedergelassenen Ärzten des Landkreises sowie mit Vertretern des Gesundheitsamtes statt. Aus diesen Treffen resultieren die jeweiligen Maßnahmen, welche aus unserer Sicht zur Bewältigung der Situation notwendig sind.

Welche Covid-19 Patienten werden aktuell im Krankenhaus Agatharied behandelt?

Die Anzahl der am Krankenhaus Agatharied zu behandelnden Coronafälle kann sich täglich ändern. Gemäß der neuesten Empfehlungen (5.3.2020) des Robert-Koch-Instituts sollen nur COVID-19 Patienten stationär aufgenommen und betreut werden, deren Symptome eine Behandlung im Krankenhaus notwendig machen. Bei nachgewiesener Covid-19 Infektion und milden oder fehlenden Symptomen ist keine stationäre Aufnahme notwendig. Diese Patienten können durch niedergelassene Ärzte ambulant betreut werden.

Welche Personen werden im Krankenhaus Agatharied auf das Virus getestet?

Nur COVID-19 verdächtige Patienten, welche stationär bei uns aufgenommen werden, werden auf das Virus getestet. Alle anderen Patienten, die ambulant bleiben, werden angehalten sich mit ihrem niedergelassenen Arzt telefonisch in Verbindung zu setzen, um gegebenenfalls eine Testung durchführen zu lassen.

Ist eine Testung auf das Coronavirus zu jedem Zeitpunkt sinnvoll?

Nein, derzeit ist nicht bekannt, ab welchem Zeitpunkt innerhalb der Inkubationszeit von rund 14 Tagen das Virus nachgewiesen werden kann. Daher kann ein Test auch bei Patienten mit Erkältungs- bzw. Grippesymptomen nicht zwingend als COVID-19 Ausschluss dienen. Eine prophylaktische Testung bei Menschen ohne Symptome ist daher nicht sinnvoll.

Ansteckungsgefahr - muss ich mir Sorgen machen?

Bei der Patientenbehandlung im Krankenhaus Agatharied werden gemäß unseres strengen Hygienemanagements standardmäßig alle Hygienemaßnahmen angewandt, um eine Verbreitung infektiöser Krankheiten zu vermeiden. Bei direktem Kontakt zu einem bestätigten Fall kann eine Ansteckung aber nicht ausgeschlossen werden.

Besucherverkehr eingeschränkt

Viele unserer Patienten haben ein angeschlagenes Immunsystem. Als Vorsichtsmaßnahme gegen die Ausbreitung des Coronavirus haben wir den Besucherverkehr in unserem Krankenhaus seit Donnerstag, 05.03.2020 eingeschränkt. Nur Besuche von direkten Familienmitgliedern (zum Beispiel Ehepartner) sind weiterhin gestattet. Besucher mit Erkältungssymptomen wie Husten, Schnupfen, Durchfall, Fieber etc. sollen dem Krankenhaus ausdrücklich fernbleiben. Wir haben uns für diese Vorsichtsmaßnahme entschieden, um unsere Patienten und Mitarbeiter zu schützen. Uns ist bewusst, dass die Situation sehr belastend sein kann. Wir unternehmen diese Vorkehrungen, um alle Patienten weiterhin voll umfänglich behandeln zu können – vom möglichen Coronavirus-Patienten bis hin zum Herzinfarkt-Patienten oder der werdenden Mutter. Die größte Gefahr geht momentan von bisher unerkannten Erkrankten aus, die das Coronavirus unwissentlich weiterverbreiten. Das Robert-Koch-Institut rechnet mit weiteren Fällen, Infektionsketten und Ausbrüchen in Deutschland. Diese Einschätzung teilt auch unsere Krankenhaus-Taskforce.

Veranstaltungen abgesagt

Als weitere Vorsichtsmaßnahme finden bis vorerst Ende März keine Veranstaltungen mit extern Beteiligten im Krankenhaus Agatharried statt. Darunter fallen alle Vorträge und Fortbildungen, die nicht zwingend notwendig sind. 

Der Umgang mit Krankheiten und erkrankten Menschen ist für die Mitarbeiter unseres Krankenhauses Tagesgeschäft.
Für Sie als Patient oder Angehöriger besteht daher kein Grund zur Panik.

Wo bekomme ich verlässliche Informationen?

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stellt auf www.infektionsschutz.de stets aktuelle, verlässliche
Informationen zur Verfügung. Wir informieren Sie zusätzlich laufend an dieser Stelle.

Hausham, 05.03.2020

Besucherverkehr eingeschränkt

Als Vorsichtsmaßnahme gegen die Ausbreitung des Coronavirus wird der Besucherverkehr im Krankenhaus Agatharied ab sofort eingeschränkt. Das hat die Krankenhaus-Coronavirus-Taskforce (bestehend aus Geschäftsführung, Ärztlicher und Pflege-Direktion, Hygiene-Abteilung, Zentraler Notaufnahme und weiteren Disziplinen) in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt beschlossen. Nur Besuche von direkten Familienmitgliedern (zum Beispiel Ehepartner) sind weiterhin gestattet. Besucher mit Erkältungssymptomen wie Husten, Schnupfen, Durchfall, Fieber etc. sollen dem Krankenhaus ausdrücklich fernbleiben.

„Wir haben uns für diese Vorsichtsmaßnahme entschieden, um unsere Patienten und Mitarbeiter zu schützen“, so Geschäftsführer Michael Kelbel. „Uns ist bewusst, dass die Situation sehr belastend sein kann. Viele unserer Patienten haben ein angeschlagenes Immunsystem. Um sie zu schützen, haben wir uns dafür entschieden, den Zutritt für Besucher einzuschränken.“ Außerdem müsse alles dafür getan werden, um alle Patienten weiterhin vollumfänglich behandeln zu können – vom möglichen Coronavirus-Patienten bis hin zum Herzinfarkt-Patienten oder der werdenden Mutter. Die größte Gefahr gehe momentan von bisher unerkannten Erkrankten aus, die das Coronavirus unwissentlich weiterverbreiten. Das Robert-Koch-Institut rechnet mit weiteren Fällen, Infektionsketten und Ausbrüchen in Deutschland. Diese Einschätzung teilt auch die Krankenhaus-Taskforce.

Veranstaltungen abgesagt

Als weitere Vorsichtsmaßnahme finden bis vorerst Ende März keine Veranstaltungen mit extern Beteiligten am Krankenhaus Agatharied statt. Darunter fallen alle Vorträge und Fortbildungen, die nicht zwingend notwendig sind.

Sprechstunden finden weiterhin statt.

 

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Diese finden Sie in unserem Archiv. 

Das Krankenhaus Agatharied in Zeiten der Corona-Pandemie

Hier gelangen Sie zur Übersicht der Artikel die in den Medien über das Krankenhauses Agatharied erschienen sind.

Zum Pressespiegel

Stellungnahme zum Einsatz von Cytotec (Misoprostol)

Seit dem 11.2.2020 berichten unter anderem der Bayerische Rundfunk und die Süddeutsche Zeitung über gravierende Komplikationen in der Geburtshilfe in direktem Zusammenhang mit dem Medikament Cytotec© (Wirkstoff Misoprostol), welches seit Langem geburtseinleitend eingesetzt wird.

Unser geburtshilfliches Team (Hebammen und Ärzte/Innen) beobachtet mit Sorge die dadurch verursachte starke Verunsicherung der werdenden Mütter. Auch Frauen, deren Entbindung bereits länger zurückliegt, werden durch die aktuellen Medien nachträglich verängstigt.

Die wissenschaftliche Studienlage rechtfertigt den Einsatz geburtseinleitender Medikamente und Medizinprodukte für klar definierte Indikationen. Es sind nur wenige Präparate und Produkte in der Schwangerschaft zugelassen. Ein verantwortungsvoller, mit der Schwangeren offen kommunizierter „off-label-use" ist deshalb in der Geburtshilfe unverzichtbar.

Der Wirkstoff Misoprostol kommt im Krankenhaus Agatharied nur zum Einsatz, wenn sichergestellt ist, dass keine relevanten Operationen an der Gebärmutter (wie Kaiserschnitt) vorausgegangen sind.

Die Geburtseinleitung bedarf immer einer klaren Indikationsstellung. Grundlagen hierfür sind wissenschaftliche Erkenntnisse und internationale Empfehlungen u.a. der WHO – wie im Fall des Wirkstoffes Misoprostol. Nach Überschreiten des Geburtstermins erhöhen sich die Risiken für Mutter und Kind.

Grundsätzlich gilt bei jeder Geburtseinleitung, die Schwangeren über die geplante Methode bzw. mögliche Alternativen aufzuklären.

Wenn die Geburt nicht auf natürlichem Wege beginnt, stehen die Schwangere und ihr geburtshilfliches Team vor der Wahl zwischen einem Kaiserschnitt und einer Geburtseinleitung. Die meisten Schwangeren wünschen sich eine vaginale Geburt und möchten einen Kaiserschnitt vermeiden – diese Auffassung teilen Ärztinnen und Ärzte sowie Hebammen uneingeschränkt, sofern nicht aus anderen medizinischen Gründen ein Kaiserschnitt erforderlich wird.

Eine zusammen mit der Schwangeren getroffene Entscheidung zur Methode der Geburtseinleitung ist für das Vertrauensverhältnis im Kreißsaal unerläßlich.

Vor dem Hintergrund der aktuellen öffentlichen Diskussion ist wichtig zu wissen, dass alle Methoden der Geburtseinleitung neben dem erwünschten Nutzen auch Risiken bergen. Diese Risiken werden für den Fall, dass eine Geburtseinleitung notwendig wäre, mit der Schwangeren zusammen abgewogen und dann gemeinsam entschieden.

An dieser Stellen möchten wir auch auf die offizielle Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) verweisen (Link).

Ihr

Priv.-Doz. Dr. med. Stefan Rimbach
Chefarzt Gynäkologie & Geburtshilfe

und das Team der Geburtshilfe


REFERENTIN FÜR UNTERNEHMENSKOMMUNIKATION
MELANIE SPEICHER M.A.

Telefon: +49 (0)8026 393-3002
Telefax: +49 (0)8026 393-4600

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